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Waffen straffrei abgeben
Ende vom Lied: Eine Pistole wird in Sindelfingen zerstört. Foto: Marijan Murat
Sicherheit

Waffen straffrei abgeben

Behörden nehmen zurzeit im Rahmen einer Amnestie illegale Waffen an. Diese werden dann verschrottet.

06.04.2018
  • TINA LISCHKA

Stuttgart. Staubige Kisten mit alten Fotos, Spielsachen und Geschirr – auf dem Dachboden der Großeltern findet man so manchen vergessenen Gegenstand. Aber was ist, wenn sich darunter eine Waffe, eventuell ein Sammlerstück aus dem Krieg, befindet? Ohne Waffenbesitzkarte ist das Behalten illegal und man macht sich strafbar.

Betroffene können in dieser Situation Waffen und Munition bei der örtlichen Waffenbehörde oder Polizeidienststelle abgeben. Im Falle einer Erbschaft ist das jederzeit straffrei möglich. Aber auch illegal erworbene Schusswaffen oder sonstige Gegenstände, die unter das Waffenrecht fallen, wie Schlagringe oder Messer, können bis 1. Juli im Rahmen der Waffen-Amnestie straffrei abgegeben werden.

Allein in Stuttgart sind seit Beginn der Amnestie im vergangenen Juli 48 Schusswaffen, 15 sonstige Gegenstände, die unter das Waffenrecht fallen, und 700 Stück Munition abgegeben worden, so Stefan Praegert, Leiter der Waffenbehörde. Dabei handle es sich überwiegend um Waffen aus illegalem Besitz. Im Landkreis Göppingen sind es bisher 80 Waffen, davon 31 Langwaffen und 49 Kurzwaffen. 22 der 80 Waffen stammen ebenfalls aus illegalem Besitz.

Bereits 2009 gab es diese Regelung, von der zahlreiche Menschen nach dem Amoklauf von Winnenden Gebrauch machten. Im Südwesten wurden rund 46 000 legale und 7000 illegale Waffen abgegeben. Was die Menschen zur Abgabe bewegt? Ihnen werde selbst bei legalem Besitz bewusst, welche Gefahr von Waffen ausgehe, weshalb viele sie wieder loswerden wollen, erklärt Praegert. Das Ziel der Amnestie sei es, genau da anzusetzen.

Bisher sind seit Beginn der Amnestie bis Ende Dezember 2017 im Südwesten 2941 Waffen abgegeben worden, teilte Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Stuttgart mit. Die Amnestie laufe gut, sagte er.

Und was passiert nach der Abgabe? Dann übernimmt der Kampfmittelbeseitigungsdienst. Die Waffen werden durch einen „Ausglühprozess“ vernichtet. Das übrige Metall kommt danach in ein Stahlwerk. Tina Lischka

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06.04.2018, 06:00 Uhr
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