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China

Wachstum verlangsamt sich deutlich

Die Wirtschaft leidet unter dem Handelsstreit mit den USA – Experten blicken mit Sorge auf die Schuldenlast.

19.10.2019

Von DPA

Blick in eine Lithium-Ionen-Batterie-Fabrik: Viele chinesische Firmen investieren weniger. Foto: Chinatopix/AP/dpa

Peking. In China ist das Wirtschaftswachstum auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahrzehnten gefallen. Im dritten Quartal legte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nur noch um 6 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2018 zu, wie das Statistikamt am Freitag in Peking mitteilte. Als Ursachen nannten Experten den Handelskrieg zwischen China und den USA, die Verunsicherung von Investoren und die chinesischen Bemühungen, gegen die wachsende Verschuldung anzugehen.

Das Wachstum für die drei Quartale zusammen liegt mit 6,2 Prozent im unteren Bereich der Zielvorgabe der Regierung für das Jahr von „6,0 bis 6,5 Prozent“. Im ersten Quartal waren noch 6,4 und im zweiten 6,2 Prozent erreicht worden. Experten hatten für das dritte Quartal eigentlich mit 6,1 Prozent gerechnet.

Allgemeine Verunsicherung

China ist Deutschlands größter Handelspartner. So haben auch deutsche Unternehmen unter dem schwächeren Wachstum im Reich der Mitte zu leiden.

„Der Handelsstreit löst vor allem Verunsicherung aus, was sich etwa in der Zurückhaltung privater Unternehmen bei Investitionen bemerkbar macht“, sagte Max Zenglein vom Berliner China-Institut Merics. „Stark fallende Exporte in die USA haben im dritten Quartal dazu beigetragen, dass Chinas Exporte insgesamt schrumpften.“

Trotz des „Waffenstillstands“ und der vagen Einigung auf eine „Phase eins“ in den Handelsgesprächen ist die Gefahr nicht gebannt. Beide Seiten wollen bis zu dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf dem Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) Mitte November in Santiago de Chile eine Übereinkunft zu Papier bringen. Es gibt aber noch viele Unklarheiten.

Neben dem Handelskonflikt sieht Merics-Experte Zenglein gleichwohl „überwiegend innerchinesische Gründe“ für die Verlangsamung des Wachstums in China. Er verwies vor allem auf die seit 2017 anhaltenden Bestrebungen Pekings, das Kreditwachstum und die Überschuldung einzudämmen.

„Fast alle Wachstumstreiber zeigen nach unten“, sagte Liu Shengjun, der Vizepräsident der China Europe International Business School in Peking. Die chinesische Wirtschaft sei zudem stark abhängig von Krediten. Eine Ausweitung der Kredite erhöhe das Risiko. Chinas gesamte Schuldenlast habe 305 Prozent der Wirtschaftsleistung erreicht. „Wie die Schulden in der Zukunft zurückgezahlt werden, ist weiter eine Riesenfrage“, sagte Shengjun. „Deswegen denke ich, dass das Schuldenproblem wahrlich eine Hürde ist.“ dpa

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Erstellt:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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