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Programmkino „Kamino“

Vorwärts, Genossen und Genossinnen

Der Begriff Genosse kommt vom althochdeutschen „ginoz“ und bezeichnete ursprünglich jemanden, der mit anderen auf gleicher Weide gemeinsames Nutzvieh („noz“) hielt. Als allgemeiner Ausdruck rechtlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Gemeinschaft wurde Genosse zu einem wichtigen Begriff des älteren deutschen Rechts: Genossenschaft.

05.11.2014

Von Uschi Kurz

Im deutschsprachigen Raum ist das Wort Genosse seit 1879 die Anrede der Sozialisten untereinander. Aber auch unabhängig von linker Gesinnung bezeichnet man heutzutage einen Kameraden oder Gefährten gerne noch als Genossen, also jemanden, der dieselben Ziele hat und auf den man sich verlassen kann.

Auch das geplante Reutlinger Programmkino „Kamino“, das im September 2015 im ehemaligen Wendler-Areal unter dem namengebenden Fabrikschlot eröffnet werden soll, wurde aus rechtlichen Gründen als Genossenschaft konzipiert. Dass auch dieses gemeinsame Ziel die Mitglieder verbindet, zeigt das große Interesse, auf das die Kino-Macher allenthalben mit ihren Veranstaltungen stoßen. Beim Info-Abend vergangene Woche im Spitalhofsaal gingen die Sitzplätze aus. Auch die Zahlen, die Karin Zäh vom Vorstand mitgebracht hatte, konnten sich sehen lassen: Bei ihrer Gründung im Dezember 2013 hatte die Genossenschaft 325 Mitglieder, Stand vergangener Woche sind es 484 Genossen, die zusammen 587 Anteile à 200 Euro gezeichnet haben.

Dennoch reicht das Eigenkapital bei weitem noch nicht, um die 367.000 Euro zu stemmen, die für den Um- und Ausbau der Fabrik-Räumlichkeiten (Bild) benötigt werden. Da der beantragte Zuschuss der Filmförderungsanstalt abgelehnt worden ist, besteht noch eine Deckungslücke in Höhe von 80.000 Euro. Die soll, wenn möglich, nicht mit einem zusätzlichen Kredit gestopft werden. Zwar wurde gegen die Ablehnung bei der Filmförderungsanstalt Widerspruch eingelegt, doch ob der greift, steht in den Film-Sternen. Sparen einerseits und Eigenkapital erhöhen andererseits heißt deshalb jetzt die Devise. „Wenn jeder noch ein, zwei Mitglieder bringt, ist das Problem gelöst“, meinte Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Bausch. Dass sich der eine oder andere potenzielle Kinofreund vom Genossentum abgeschreckt fühle, berichtete Zäh, weshalb sie die Genossinnen und Genossen vorsichtshalber nicht als solche begrüßen wollte. Bausch brach dann aber eine Lanze für die Genossenschaft und die in einer solchen üblichen Anrede „Genossinnen und Genossen“.

Die konnten im Anschluss an den Informationsabend schon mal im „Kamino“-Kinosessel probesitzen. Ausgesprochen bequem, so lautete unisono das Urteil. 92 Plätze wird der Kamino-Kino-Saal einmal haben. Wer von den fast 500 Cineasten, die mit ihren Anteilen zum Kamino beitragen, bei der ersten Vorführung Platz nehmen will, wird sich deshalb sputen müssen. In diesem Sinne: „Vorwärts, Genossinnen und Genossen“.

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Erstellt:
5. November 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
5. November 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. November 2014, 12:00 Uhr

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