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Vorsicht hat Vorrang
Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und der angeschlagene Bastian Schweinsteiger beim Mannschaftstraining vor dem England-Test. Foto: dpa
DFB stockt Sicherheitskräfte bei Länderspielen auf - Uefa nur innerhalb der Stadien zuständig

Vorsicht hat Vorrang

Reine Freude will vor den Länderspielen gegen England und Italien und vor der EM nicht aufkommen. Der DFB und der europäische Verband Uefa sind gewappnet, wollen die Lage aber nicht dramatisieren.

24.03.2016
  • GEROLD KNEHR

Berlin. Sie wollen doch bloß spielen... Aber irgendwie kommt der Fußball-Nationalmannschaft und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in letzter Zeit immer etwas dazwischen. Die Attentate am 13. November in Paris, die das parallel laufende Spiel im Stade de France zur Farce werden ließen. Die Absage des Länderspiels in Hannover wenige Tage danach. Der Skandal um die Vergabe der WM 2006 an Deutschland. Und natürlich, seit den Anschlägen am Dienstag in Brüssel mehr denn je, die Diskussion um die Sicherheit bei der Europameisterschaft in Frankreich. All dies hat vielen die Freude am puren Fußball vergällt.

Dabei hätten die Tage rund um Ostern Fußball-Festtage werden können. Spiele gegen England am Samstag (20.45 Uhr) im Berliner Olympiastadion und am Dienstag (ebenfalls 20.45 Uhr) in der Münchner Allianz Arena gegen Italien - das klingt nach Fußball-Klassikern. "Wir haben diese Orte und diese starken Gegner bewusst gewählt", verrät Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. Nach der viermonatigen Pause sollten diese beiden Begegnungen der Auftakt zum EM-Countdown sein. Doch einmal mehr ist der Sport in den Hintergrund getreten.

"Die Sicherheit hat für uns oberste Priorität", sagte Andrin Cooper vom Europäischen Verband und Ausrichter Uefa gestern bei einem Medien-Workshop in Berlin. Er wies aber darauf hin, dass die Uefa lediglich für die Sicherheit innerhalb der Stadien verantwortlich ist. Pro Spiel werden sich bis zu 1000 von der Uefa eingesetzte Stewards darum bemühen. Was außerhalb der Arenen geschieht, liegt nicht in der Macht der Uefa.

Auch der DFB beschäftigt sich mit dem Thema, aber auch ihm sind die Hände gebunden. "Die Sicherheit der Spieler, ihrer Angehörigen und der Zuschauer ist das Wichtigste", betonte Bierhoff. Überlegungen der Organisatoren aus Frankreich, bei einer nicht gewährleisteten Sicherheitslage zur Not EM-Spiele ohne Zuschauer austragen zu lassen, ist der DFB, sollten dies die Behörden für nötig erachten, nicht gänzlich abgeneigt. "Natürlich sollte so ein Turnier ein Volksfest sein. Wir würden es bedauern, aber akzeptieren, wenn es zu einer solchen Maßnahme kommen sollte", sagte Bierhoff.

Vor den Spielen in Berlin und München hat der Staatsschutz vorsorglich gehandelt. So wurden Personen, die im Stadion arbeiten, vom Würstchenverkäufer bis zum Journalisten, im Vorfeld sicherheitstechnisch überprüft. Dies ist auch als Reaktion auf das abgesagte Länderspiel in Hannover vom vergangenen November zu sehen. Dort, so der bis heute nicht ausgeräumte Verdacht, könnten sich Terroristen als Sanitäter verkleidet in den Stadioninnenraum begeben haben.

Für die Spiele in Berlin und München wurde das Sicherheitspersonal noch einmal aufgestockt. "Wir stehen in einem engen Austausch mit der Polizei. Einen Hinweis auf eine konkrete Gefährung gibt es nicht. Aber es ist wichtig, die richtigen Signale zu setzen und dann eventuell mit dem Personal zurückzufahren", so Hendrik Große Lefert, dem Sicherheitbeauftragten des DFB. Den Zuschauern in Berlin und München rät er eine rechtzeitige Anreise.

"Die jüngsten Ereignisse in Brüssel haben uns nachdenklich gestimmt. Aber wir wollen uns von diesem Thema nicht beeindrucken lassen und hoffen, dass jetzt und in Frankreich wieder der Sport im Mittelpunkt steht", wünscht sich Joachim Löw. Er will die beiden Spiele am Samstag und am kommenden Dienstag auch zu einigen Experimenten nutzen.

So soll der Leverkusener Jonathan Tah zumindest bei einem Spiel in der Startformation stehen. Diejenigen Spieler, die zuletzt wie etwa Thomas Müller besonders beansprucht waren, werden nicht beide Spiele komplett durchspielen. Dafür darf Mario Götze, der unter Pep Guardiola einen schweren Stand hat, bei seinem Förderer Löw auf Spielpraxis hoffen. Auch wenn der Bundestrainer einräumt: "Mario ist derzeit nicht bei 100 Prozent."

Schweinsteiger droht Karriere-Ende in Nationalelf

Knieverletzung Bastian Schweinsteiger droht das Ende seiner Nationalmannschafts-Karriere. Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler verletzte sich beim Training der Nationalelf erneut an seinem zuvor schon lädierten Knie, was ihn bei seinem Verein Manchester United zuletzt zu einer längeren Pause gezwungen hatte. „Es sieht nicht gut aus“, orakelte Bundestrainer Joachim Löw gestern in Berlin, während Bastian Schweinsteiger bei einer Untersuchung bei seinem Vertrauensarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München war. Der Held des WM-Finales 2014 in Brasilien zog sich einen Innenband-Teilriss im Knie zu. Für die Länderspiele in Berlin und München fällt der Kapitän aus. Ob Schweinsteiger rechtzeitig zur EM in Frankreich fit wird, ist fraglich. gek

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24.03.2016, 08:30 Uhr
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