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Vorfahrt für Fußgänger
Wie man auf diesem Archivbild sehen kann, ballen sich an der B 14 kulturelle und politische Einrichtungen wie Stadtmuseum, Staatsgalerie oder Haus der Geschichte (rechts) sowie Schloss, Oper und Landtag (links) wie in kaum einer anderen Stadt. Foto: dpa
Demonstration

Vorfahrt für Fußgänger

Die Stadtautobahn B 14 wird am nächsten Sonntag für den Verkehr gesperrt. „Aufbruch Stuttgart“ plant einen bunten Marsch entlang der Kulturmeile mit einem Hochseilakt als Höhepunkt.

11.09.2017
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Im Frühjahr 2016 fand das erste konspirative Gespräch statt, eineinhalb Jahre später ist daraus ein Verein geworden, der in kurzer Zeit 600 Mitglieder gewonnen hat. Entsprechend selbstbewusst treten die Macher von „Aufbruch Stuttgart“ auf. Der Verein, der von den kulturellen Eliten der Stadt rund um TV-Moderator Wieland Backes gegründet wurde, setzt sich für den Wandel von der auto- zur menschengerechten Stadt ein. Seit es die Initiative gebe, „herrscht ein frischer Wind in der Stadt“, sagt Backes. Die Menschen hätten nach den Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 nur auf positive Impulse und Themen gewartet.

An diesem Sonntag steht das bislang größte Event von „Aufbruch Stuttgart“ an. Unter dem Motto „Eine Stadt in Bewegung“ veranstaltet die Initiative einen Marsch mit Kunst- und Kultureinlagen über die Stadtautobahn B 14. Zwischen 11 und 13.30 Uhr wird die Straße, auf der täglich rund 100 000 Autos unterwegs sind, vom Wilhelmsplatz bis zum Opernhaus für den Verkehr gesperrt. Mit der Aktion wollen die Initiatoren den Bürgern vor Augen führen, wie ein lebendiges Kulturquartier ohne Autos aussehen könnte. Rechts und links der B 14 reihen sich die wichtigsten kulturellen und politischen Institutionen der Stadt aneinander, die durch die Verkehrsschneise jedoch voneinander getrennt sind. Streckenweise sind dort nicht mal Fußgängerwege vorhanden.

Freier Eintritt in Museen

Als Höhepunkt und symbolischer Brückenschlag über die Konrad-Adenauer-Straße ist eine Showeinlage von Artisten der Traber-Familie geplant, die die B 14 per Rad auf einem 50 Meter langen Seil überqueren wollen. Davon abgesehen beteiligen sich etliche kulturelle Einrichtungen an der Aktion, allen voran die großen Museen – von Staatsgalerie und Haus der Geschichte über Kunstmuseum bis zu Landes- und Lindenmuseum. Sie alle gewähren am Sonntag freien Eintritt, um den Zusammenhalt der Kultureinrichtungen zu demonstrieren. Auch das neue Stadtmuseum am Charlottenplatz, das am Samstag erstmals seine Türen öffnet, ist mit von der Partie. Außerdem die Stuttgarter Staatstheater, die Marching-Band Stuttgart, die Stuttgarter Philharmoniker und das SWR-Symphonieorchester. Das Ganze kostet den Verein, der sich durch Mitgliedsbeiträge und Spendengelder finanziert, laut Backes mehrere zehntausend Euro.

Mit dem Marsch will die Initiative ein Ausrufezeichen setzen, so viele Bürger wie möglich für ihren Plan gewinnen. „Stuttgart soll sich auf dem Weg zur Stadt der Zukunft an die Spitze setzen“, sagt Backes. Es sei bewiesen, dass Fußgängerstädte prosperierende Städte seien. Nach dem 17. September will der Verein vor allem inhaltlich weiterarbeiten, seine Ideen sollen in politische Entscheidungen einfließen.

In Teilen scheint das schon jetzt gelungen. Spötter unken, dass Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) erst durch die Backes-Truppe angetrieben eine Vision von der autofreien City formulierte. Vor der Sommerpause dann entschied der Gemeinderat, innerstädtische Parkplätze zurückzubauen und die Parkgebühren zu erhöhen.

Kein Wunder, dass Backes bereits ein halbes Jahr nach der Vereinsgründung am 7. März 2017 ein positives Fazit zieht: „Wir erhalten viel Rückenwind.“ Die zentrale Botschaft dieses halben Jahres sei: „Veränderung ist möglich.“ In kürzester Zeit hätten sich neue Türen geöffnet, auch wenn man vom OB anfangs nicht richtig ernst genommen worden sei, so Backes. Nachdem zur ersten Veranstaltung jedoch gleich 1000 Leute gekommen und der Verein dann schnell gegründet worden sei, habe sich das geändert. Die Aufbruchstimmung, die der Verein verspürt, soll nicht verebben, Pläne sollen nicht wie früher in der Schublade landen, dafür will die Initiative sorgen. „Wir wollen erreichen, dass Stuttgart nicht nur mit Stau und Feinstaub assoziiert wird. Stuttgart ist und kann mehr“, betont Backes.

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11.09.2017, 06:00 Uhr
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