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Vorentscheid in Florida
Strahlende Siegerin bei den Demokraten: Hillary Clinton. Bei den Republikanern tritt Marco Rubio, getröstet von Familienangehörigen ab. Fotos: imago, afp
Hillary Clinton vor Sieg - Republikaner Marco Rubio gibt Rennen auf

Vorentscheid in Florida

Hillary Clinton ist der Sieg in den Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten nicht mehr zu nehmen. Bei den Republikanern läuft alles auf einen Dreikampf um die Kandidatur hinaus.

17.03.2016
  • PETER DE THIER

Washington. Einer der bedeutendsten Vorwahlabende seit Beginn des Rennens um die Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten hat bei den Demokraten zu einer Vorentscheidung geführt und bei den Republikanern weitere Verwirrung gestiftet. Während die Nominierung Hillary Clintons als Spitzenkandidatin der Demokraten nun reine Formsache ist, hat sich mit der Kapitulation Marco Rubios bei den Republikanern das Bewerberfeld auf Donald Trump, Ted Cruz und John Kasich reduziert.

Obwohl sie erwartungsgemäß in Florida und North Carolina ihren linksliberalen Gegner Bernie Sanders abhängen konnte, überraschte Clinton mit einem Erdrutschsieg in dem Industriestaat Ohio. Dort hatten Experten Sanders zugetraut, wie auch in Michigan für eine Überraschung zu sorgen. Zwar versprach der 74-jährige Senator, bis zum Parteitag, der im August in Philadelphia stattfindet, weiterkämpfen zu wollen. Da Clinton nun aber rechnerisch gesehen praktisch uneinholbar ist, kann der "demokratische Sozialist", wie sich Sanders nennt, höchstens darauf setzen, als Kandidat für die Vizepräsidentschaft an Bord geholt zu werden.

Deutlich spannender wird der Dreikampf der Kandidaten der Republikaner. Der Spitzenreiter Donald Trump konnte seine Führung ausbauen. Insbesondere ist es ihm mit dem Schlag in Rubios Heimatstaat Florida gelungen, den Senator, der die Rolle des Hoffnungsträgers des republikanischen Establishments übernommen hatte, in die Knie zu zwingen. Gleichwohl ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bis zum Parteikonvent im Sommer die absolute Mehrheit der Delegiertenstimmen bekommt, gesunken. Trump benötigt noch 60 Prozent der verbleibenden Delegiertenstimmen, um die absolute Mehrheit von 1237 Stimmen zu erreichen. Das ist schon für sich gesehen kaum denkbar, wird nun aber auch dadurch erschwert, dass Rubio, früher ebenfalls Vertreter des ultrakonservativen Tea-Party-Flügels der Partei, seinen Parteifreund Ted Cruz unterstützen will. Stimmen Rubios Anhänger für den texanischen Senator, dann würde der Dreikampf in der Schlussphase eine neue Dynamik bekommen. Cruz machte fast überall einen starken zweiten Platz und füllte so sein Konto auf.

Interessant geworden ist der Dreikampf durch Kasichs Sieg in seiner Heimat Ohio. Der gemäßigte Republikaner hat sich von Trumps Hasstiraden distanziert und versucht, mit Themen zu punkten. Fraglos werden nun die Medien dem Gouverneur verstärkt Aufmerksamkeit schenken. Bis zum Parteikonvent eine Delegiertenmehrheit zu erzielen, ist für ihn aber unmöglich.

Der klare Verlierer des Abends ist das republikanische Establishment, das nach Jeb Bushs Ausstieg auf Rubio gesetzt hatte und nun seine Strategie neu ausrichten muss. Einige Parteivertreter haben sich offenbar mit der Aussicht auf Donald Trump als Kandidat bereits abgefunden. Die Mehrheit der Republikaner will aber den Kampf gegen den bombastisch agierenden Demagogen, dessen rüpelhafte Auftritte und verbale Entgleisungen dem Image der Partei immensen Schaden zugefügt haben, unbedingt fortsetzen.

Ergibt bei dem Parteikonvent im Sommer die erste Abstimmung keinen klaren Sieger, dann wären die Delegierten vom Wählerauftrag, der sich aus den jetzigen Abstimmungen ergibt, entbunden. Die Vorwahlergebnisse wären gegenstandslos. Heilloses Chaos wäre die Folge und selbst ein Außenseiter wie Mitt Romney könnte dann noch zum Spitzenkandidaten der Republikaner erkoren werden.

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17.03.2016, 08:30 Uhr
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