S 21

Vorarbeiten zur Neubaustrecke haben begonnen

Bahnchef Grube hat das weitere Vorgehen bei Stuttgart 21 bekannt gegeben. Gestern begannen die vorbereitenden Arbeiten für die ICE-Strecke.

14.12.2010

Von SWP

Stuttgart Bahnchef Rüdiger Grube möchte mögliche Nachbesserungen am Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" nicht mit dem so genannten Risikopuffer finanzieren. "Der Puffer ist dafür da, um mögliche Mehrkosten der Maßnahmen auszugleichen, die schon beschlossen wurden, nicht für neue Maßnahmen", sagte Grube. Für das 4,1 Milliarden Euro teure Infrastrukturprojekt ist eine Kostenobergrenze von 4,526 Milliarden Euro vorgesehen. Der Risikopuffer für das Projekt beträgt 438 Millionen Euro. Wenn nach dem Stresstest zusätzliche Aufgaben zu finanzieren wären, würden sich die Projektpartner über deren Aufteilung verständigen, sagte Grube. Der Stresstest selbst koste "kein Vermögen". Mögliche Nachbesserungen infolge des Stresstests in Höhe von 500 Millionen Euro, wie von den Gegnern prognostiziert, seien "viel zu viel". Er rechne mit 150 bis 170 Millionen Euro.

Der Bahnvorstand betonte, sich "voll" an die Vorgaben von Schlichter Heiner Geißler halten zu wollen, wenn dies notwendig werde. "Wenn die Simulation Verbesserungen notwendig macht, dann werden wir uns darum kümmern. So wie beim zweiten Gleis in der Fortführung zum Flughafen", kündigte er an. Er habe fest vor, hier ein zweites Gleis, das etwa 35 Millionen Euro kosten werde, zu bauen. Einen Bau- und Vergabestopp werde es bis zum Abschluss des Stresstests nicht geben, sagte Grube weiter: "Ich verspreche aber, dass wir keine Nacht-und-Nebel-Aktion machen werden."

Indessen begannen gestern die Bauarbeiten an einer Brücke bei Aichelberg als Vorbereitung für die ICE-Trasse Wendlingen-Ulm. Über sie sollen zunächst Baufahrzeuge und später mal die Züge Richtung Ulm rollen. 2011 soll es noch einen symbolischen Spatenstich geben.

Für den Tiefbahnhof will die ENBW vor dem ehemaligen Nordflügel Versorgungsleitungen verlegen. Damit wird am 10. Januar begonnen. "Rasch" danach sollen dann die Bauarbeiten für ein unterirdisches Technikgebäude beginnen. Vorher will die Bahn aber klären, ob und wie sie rund 15 Bäume verpflanzen kann. Zudem sieht der Bauplan den Umbau eines Abwasserkanals vor. Und es soll Platz für eine Baugrube geschaffen werden. Im Schlossgarten wird bis auf weiteres nicht gearbeitet. Projektgegner wollen hier bis mindestens zur Landtagswahl 2011 campieren. dapd

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Erstellt:
14. Dezember 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Dezember 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2010, 12:00 Uhr

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