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Vor zwei Jahren kamen im Bereich Wolfgang-Stock-Straße fünf Katzen abhanden
Alleine geht Kater Leo nicht mehr aus dem Haus. Privatbild
Leo und Barbarossa sind endlich wieder zu Hause

Vor zwei Jahren kamen im Bereich Wolfgang-Stock-Straße fünf Katzen abhanden

„Ganz fassungslos und überglücklich“ war die Tübinger Familie Mahrdt, als sie ihren Kater Leo endlich wieder in die Arme schließen konnte, berichtete jetzt Katharina Mahrdt dem TAGBLATT. Mehr als 18 Monate galt der Kater als vermisst.

26.05.2018
  • Manfred Hantke

Zum letzten Mal hatte die Familie den schwarz-braun getigerten Leo am 15. August 2016 gesehen (wir berichteten). „Er war immer sehr verlässlich“, so Mahrdt, mittags kam er bis dahin stets nach Hause in die Wolfgang-Stock-Straße – an diesem Tage nicht.

Leo hat sich gleich wohl gefühlt

Fortan suchte die Familie den damals einjährigen Leo überall in der Umgebung, vervielfältigte Zettel und kleine Plakate, fahndete über den Online-Suchdienst Tasso. Nichts. Was jedoch merkwürdig war: Zu dieser Zeit verschwanden im Bereich Wolfgang-Stock-Straße mehrere Katzen. Insgesamt fünf, allein an drei Tagen (14. bis 16. August) kamen drei Tiere nicht mehr nach Hause. Weder die Polizei noch das Tierheim hatten damals Anhaltspunkte auf Giftköder, organisierten Katzendiebstahl oder Wildtiere.

Dass Leo eines Tages wiederkommen würde, damit hatten die Mahrdts nicht mehr gerechnet. Inzwischen hatten sie sich zwei Kätzchen zugelegt. Da erreichte sie am 16. März ein Anruf ihrer Tierärztin: „Leo ist wieder da.“ Eine Frau aus Entringen habe ihn zum Tierarzt nach Entringen gebracht, weil er eine Verletzung an der Pfote hatte.

Zuvor hatte sich Leo seit Anfang März im Garten der Entringerin gezeigt – „immer öfter und immer länger“. Er suchte Kontakt. Die Tätowierung aber konnte die Frau nicht lesen, Leo war zu scheu. Erst beim Entringer Tierarzt hat’s geklappt.

Am 17. März Tag holten die Mahrdts Leo aus Entringen ab. Er bezog sein altes und neues Zuhause und machte es sich sofort auf seinen früher gewohnten Plätzen gemütlich, sagt Katharina Mahrdt: „Leo hat sich gleich wohl gefühlt.“ Sofa, Stuhl, Bett – alles war noch so wie 18 Monate zuvor. Auch seine Lieblingsmahlzeiten sind die gleichen wie vor seinem Verschwinden. Nur am Kopf und an den Ohren war der Kater sehr empfindlich. Sich dort streicheln zu lassen, das mochte er gar nicht. Aber inzwischen ist das schon viel besser geworden, sagt Mahrdt.

Noch ein Katzenfund in Entringen

Ganz alleine geht Leo nicht mehr aus dem Haus. Mit den beiden anderen Katzen ist ein Ausflug in den Garten schon drin, auch mit der Familie läuft er bis zu den Nachbarn mit. Das war’s. Mahrdt: „Er ist viel anhänglicher geworden.“

Ob Zufall oder nicht: In Entringen tauchte ein paar Monate zuvor der ebenfalls zur selben Zeit abhanden gekommene Kater Barbarossa auf. Er wurde von einer Familie gefunden. Barbarossa war sehr scheu und ließ sich erst nach Wochen streicheln, erst dann konnte die Familie die Tätowierung ablesen. Auch Barbarossa ist wieder glücklich im alten Heim eingezogen, auch er lässt sich ungern an Ohren und Kopf anfassen.

Eine weitere Katzenfund-Spur führt womöglich ebenfalls nach Entringen. Ein Jahr nach dem Verschwinden der Katzen wurde eine Nachbarin der Familie Mahrdt von einer Frau angesprochen, die das Bild des vermissten Katers in deren Auto gesehen hatte. Solch eine Katze habe sie in Entringen gesichtet. Doch der Nachbarin kam die Entfernung etwas weit vor, so dass sie dem Hinweis nicht nachging.

Zwei der im August 2016 verschwundenen Katzen sind jedenfalls wieder daheim. Die beiden Familien sind überglücklich und bedanken sich nochmals bei den Findern.

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26.05.2018, 01:00 Uhr
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