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Symbol des Friedens

Vor zehn Jahren wurde die wiederaufgebaute Dresdner Frauenkirche eingeweiht

Die Dresdner Frauenkirche ist Zeichen für Frieden und Versöhnung. Ende Oktober feiert sie zehn Jahre Weihe nach dem Wiederaufbau.

24.10.2015
  • KATHARINA RÖGNER, EPD

Dresden "In der Anfangszeit haben uns Tausende Besucher an den Rand des Möglichen geführt", sagt der Leitende Architekt der Dresdner Frauenkirche, Thomas Gottschlich. Bis zu 11 000 Menschen täglich wollten die wiederaufgebaute und 2005 eingeweihte Dresdner Frauenkirche von innen sehen. 2009 besuchte auch US-Präsident Barack Obama den barocken Kuppelbau.

Anfangs sei die Kirche von 5 Uhr bis um 23 Uhr genutzt worden - bei einem relativ kleinen Kirchenraum. Vor der Kirche bildeten sich lange Schlangen. Zehn Jahre später haben das 91,23 Meter hohe Bauwerk mit der markanten Kuppel 19,8 Millionen Menschen besucht, jährlich kommen noch immer zwei Millionen Besucher.

Fast von Anfang an dabei ist Frauenkirchen-Pfarrer Holger Treutmann. Die Kirche sei "ein ganz besonderer Ort mit hervorragenden Chancen auch der Verkündigung". Es gebe wohl "kaum eine Kirche, in der ein Pfarrer so häufig den Talar anzieht wie in der Frauenkirche - praktisch jeden Tag", sagt er. Dazu sei es ein großes Privileg und eine Aufgabe, auch mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die sonst nicht selbstverständlich in eine Kirche gehen. Er dürfe an einem Ort predigen, "der Geschichte in sich trägt, wie das kaum eine andere Kirche haben kann". Nach wie vor sei er bewegt, wenn er dort stehe, besonders am Altar mit den deutlichen Spuren der Kriegszerstörung.

Die erste Frauenkirche war im 11. Jahrhundert gebaut worden. Nach Umbauten wurde sie abgerissen und die barocke Frauenkirche von 1726 bis 1743 nach Plänen des Ratszimmermeisters George Bähr neu errichtet. Mehr als 200 Jahre lang prägte sie mit ihrer Sandstein-Kuppel die Stadt. Nach Bombenangriffen im Februar 1945 durch US-amerikanische und britische Flugzeuge stürzte das Wahrzeichen ein. Bis in die 1980er Jahre stand die Ruine, Untersuchungen zu einem Wiederaufbau zwischen 1945 und 1949 verliefen im Sande. Zum Jahrestag der Zerstörung 1982 riefen Christen zum Gedenken an den Trümmern auf. In den folgenden Jahren beteiligten sich immer mehr Menschen, so dass die Ruine bis 1989 zu einem Symbol der DDR-Bürgerrechts- und Friedensbewegung wurde. Am 12. Februar 1990 sendete eine Bürgerinitiative zum Wiederaufbau den "Ruf aus Dresden" an die Öffentlichkeit. Nach kontroverser Debatte stimmte die Synode der sächsischen Landeskirche im März 1991 dafür. Am 30. Oktober 2005 wurde die Kirche eingeweiht. Die gesamten Baukosten gibt die Stiftung Frauenkirche heute mit 182 Millionen Euro an, rund 100 Millionen seien gespendet worden.

Die aktuelle Situation hinterlässt auch an der Frauenkirche ihre Spuren. Nicht nur einmal war der Neumarkt vor der Kirche Aufmarsch-Ort für die asylfeindliche "Pegida"-Bewegung. "Das schmerzt sehr", sagt Treutmann. Ein waches Ohr sei nötig: "Wir wollen versuchen, Themen zu spiegeln, die möglicherweise hinter dem Protest stecken".

Vor zehn Jahren wurde die wiederaufgebaute Dresdner Frauenkirche eingeweiht
In der ehemaligen DDR war sie jahrzehntelang eine Ruine, jetzt strahlt die Frauenkirche wieder. Foto: epd

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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