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Emirates weitet Angebot aus

Von den Plänen der Fluggesellschaft soll auch Stuttgart profitieren

Die arabische Fluggesellschaft Emirates bedient auch von Deutschland aus immer mehr Fernziele. Dem Platzhirschen Lufthansa missfällt das, doch für die Branche in Deutschland bringt Emirates einen Impuls.

15.05.2012

Von ROLF OBERTREIS

Frankfurt 63 Mal pro Woche landen die Flieger von Emirates, der staatlichen Fluggesellschaft Dubais, auf deutschen Flughäfen. Sie sind vor allem der Lufthansa ein Dorn im Auge, weil ein starker Konkurrent für den Flugverkehr nach Asien, Australien und Afrika angeblich sogar mit Unterstützung der Herrscher in Dubai immer stärker wird. Eine neue Studie - im Auftrag und finanziert von Emirates - zeigt jetzt, dass Lufthansa auf diesen Verbindungen gar keine Marktanteile verloren hat. Und dass Emirates in Deutschland mehr als 18 000 Jobs sichert und für zusätzliche Einnahmen von 1,6 Mrd. EUR sorgt, im Tourismus und durch seine Flugzeugkäufe bei Airbus. "Die deutsche Volkswirtschaft profitiert deutlich von den Aktivitäten von Emirates", heißt es in der Studie.

Es soll noch mehr werden: Denn Emirates will möglichst jeden Tag mit einer Maschine auch von Berlin und Stuttgart direkt nach Dubai fliegen. Dieser Wunsch sei mit Blick auf Stuttgart nachdrücklich unter anderem von Daimler und Porsche geäußert worden, sagten Emirates-Manager Andrew Parker und Emirates-Deutschland-Chef Volker Greiner in Frankfurt. "Der Bedarf für solche Flüge ist auf jeden Fall da". Kanzlerin Angela Merkel habe sich vor längerem schon für Emirates in Berlin ausgesprochen.

Allein durch einen täglichen Flug würden in den beiden Städten am Flughafen und im Tourismus jeweils rund 500 neue Jobs entstehen, bei zwei Flügen pro Tag jeweils sogar rund 1150, sagt Professor Johannes Reichmuth, Leiter des Instituts für Flughafenwesen und Luftverkehr am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das die Studie erstellt hat. "Berlin und Stuttgart würden von Emirates profitieren." Mit einem täglichen Flug kämen pro Jahr jeweils 140 000 weitere Passagiere an beide Flughäfen. Wann es mit Flügen ab Berlin und Stuttgart klappe, sei nicht abzusehen.

Seit 1987 fliegt Emirates von Deutschland, aktuell drei Mal täglich von Frankfurt, zwei Mal von München und je einmal von Düsseldorf und Hamburg. Dazu kommen zwei Frachtflüge. "Nach Großbritannien ist Deutschland für uns der wichtigste Markt in Europa, weltweit ist es die Nummer vier", sagt Parker. 1,4 Mio. Passagiere flogen 2011 mit Emirates von und nach Deutschland.

Der Studie zufolge hat Emirates mit seinem Angebot ab Frankfurt mit Verbindungen über Dubai nach Asien, den Nahen Osten, Australien und Afrika den für die deutsche Wirtschaft wichtigen Verkehr in diese Regionen stimuliert, aber Lufthansa nicht beeinträchtigt. Der Marktanteil von Emirates auf diesen Strecken sei von 2005 bis 2010 zwar von 7,5 auf 10,2 Prozent gestiegen, aber auch der Marktanteil von deutschen Airlines und damit vor allem der Lufthansa habe von 23 auf 24,5 Prozent zugelegt.

Und dies auch bei weiterer Konkurrenz wie dem Air-Berlin-Großaktionär Etihad, Qatar Airways und Turkish Airlines. Emirates, so Reichmuth, sei aber zulasten von Air France/KLM und British Airways gewachsen. Er betonte auch, dass die Dubai-Airline längst nicht mehr mit Kampfpreisen agiert. "Wir sind nicht nach Deutschland gekommen um Lufthansa zu schädigen und ihr Marktanteile wegzunehmen", sagt Parker. "Wir sind ein Konkurrent und wollen fairen Wettbewerb."

Die Manager traten entschieden dem Vorwurf entgegen, Emirates agiere intransparent und profitiere von staatlicher Unterstützung, etwa beim Kerosineinkauf. "Wir bekommen kein billiges Kerosin. Auch die Deutsche Bank sagt, dass wir Marktpreise zahlen." Auch Emirates müsse Flughafengebühren bezahlen, auch in Dubai. Piloten und Flugbegleiter würden sehr gut entlohnt. Auch auf den Kapitalmärkten gebe es auch keine Vorzugsbehandlung, sagt Parker.

Er räumt allerdings ein, dass Emirates in Dubai wie jede andere Firma und jeder Bürger auch keine Steuern zahle. Lufthansa hielt er vor, über wettbewerbsverzerrende Subventionen bei anderen Airlines zu klagen, gleichzeitig aber bei der Übernahme von Austrian Airlines 2008 vom österreichischen Staat durch die Übernahme der Altschulden 500 Mio. EUR erhalten zu haben.

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Erstellt:
15. Mai 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2012, 12:00 Uhr

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