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Von Duschgel bis Dosenwurst
Filip Palezevic, Jana Grams und Selina Eirich (von links) von der Merian-Gemeinschaftsschule helfen bei der Spendenaktion. Bild: Kappeller
Spendenaktion

Von Duschgel bis Dosenwurst

Am Samstag sammelte die Merian-Gemeinschaftsschule wieder Lebensmittel für Menschen in Wohnungsnot.

18.12.2017
  • Amancay Kappeller

Filip Palezevic (12), Jana Grams und Selina Eirich (beide 14) stehen am Samstagvormttag in Gomaringen vor dem Eingang zum Lidl-Einkaufsmarkt und warten darauf, dass Einkäufer Lebensmittelspenden in die grünen Plastikkisten legen, die extra dafür bereit gestellt wurden. Lange müssen sie nicht warten: Sehr viele, die den Laden verlassen, halten am Stand der Schüler an und steuern etwas zur Spendenaktion bei.

Insgesamt sind an diesem Samstag 140 Schülerinnen und Schüler der Dußlinger Merian-Gemeinschaftsschule vor Einzelhandelsgeschäften und Supermärkten in Gomaringen, Dußlingen, Nehren und Gönningen stationiert. Gesammelt wird in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt Reutlingen (AWO) und der Wohnungslosenhilfe Tübingen.

Die Schüler verteilen Flyer an die Kunden, bevor sie den Laden betreten. Darauf steht, welche Artikel am dringendsten benötigt werden. Nicht nur Lebensmittel wie Konserven, Kaffee, Tee, Marmelade, Milch oder Kekse landen in den Körben, sondern auch Seife, Duschgel oder Zahnpasta. Manche Kunden geben auch Geld. Mit dem Betrag wird dann das eingekauft, was noch fehlt. Die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zehren das ganze Jahr über von den Spenden – und sind sogar darauf angewiesen, sagen Birgit Hammer, Geschäftsführerin der AWO, und Dieter Blechert von der Wohnungslosenhilfe. Mit den Spenden wird ein tägliches Angebot von günstigem Frühstück und Mittagessen in Tageseinrichtungen für Wohnungslose und Bedürftige möglich. Packen lassen sich dank der Aktion auch Geschenkpäckchen für Weihnachten. Und die Notübernachtungen profitieren, weil sie wohnungslose Menschen mit Frühstück und Hygieneartikeln versorgen können.

„Die Leute beteiligen sich gerne.“ Diese Erfahrung machen die Schüler. Manche lassen im Vorbeigehen einzelne Artikel in die Kartons fallen – andere wieder schieben voll beladene Einkaufswagen daher. Auch die kleinste Spende hilft – da sind sich alle Beteiligten einig. Gert Auer, Sozialarbeiter bei der AWO, begleitet die Spendenaktionen von Anfang an. Waren im Wert von 8000 bis 10000 Euro an sammelten Schüler in den vergangenen Jahren bei der Aktion an einem Samstag ein, berichtet er. Den Überblick zu behalten, das ist allerdings gar nicht so einfach. Kiste um Kiste wird am Samstag in Kleinbusse der AWO und der Wohnungslosenhilfe geladen. Schnell füllen sich die Fahrzeuge. Die Lieferwägen fahren die Läden, vor denen gesammelt wird, regelmäßig an und bringen die Spenden dann direkt nach Reutlingen und Tübingen in die entsprechenden Einrichtungen – drei bis vier Fuhren jeweils, schätzt Hammer.

Die Schülerinnen und Schüler, Fünft- bis Zehntklässler, haben sich immer zu zweit oder zu dritt für eine Schicht von zwei Stunden eingetragen. „Freiwillig“, betont Ulrike Pöschl, kommissarische Schulleiterin an der Merian-Gemeinschaftsschule. Es gibt auch (Ex-)Schüler der Schule, die ehrenamtlich etwa bei der Weihnachtsfeier für Obdachlose mithelfen, berichtet Hammer. „Die Stimmung unter den Schülern ist super“, freut sich Auer. Gelangweilt ist bei den Teenagern, die helfen, am Samstag denn auch niemand: Die Mädchen und Jungen packen engagiert mit an.

Unterstützt wurde die Sammelaktion auch in diesem Jahr wieder von Lehrerinnen und Lehrern sowie von den Sozialarbeitern der Wohnungslosenhilfe. Als Ansprechpartner standen sie in der Zeit, in der gesammelt wurde, für die Schüler bereit.

Die Anfänge der Lebensmittelsammlung

Seit mittlerweile 21 Jahren sammeln Schülerinnen und Schüler der Dußlinger Merian-Gemeinschaftsschule – früher Maria-Sibylla-Merian-Realschule – am Samstag vor dem dritten Advent in Dußlingen, Gomaringen und Nehren Lebensmittel und Hygieneartikel für Menschen in Wohnungsnot. Ins Leben gerufen wurde die Aktion 1997 von den pensionierten Realschullehrern Günther Kromer und Gesine Herwerth. Für alle Beteiligten ist sie seitdem jedes Mal wieder ein voller Erfolg. „Die Leute schätzen, dass sie wissen, wo es hinkommt“, sagte Kromer bei der Sammelaktion im Jahr 2012. Mit nur einer Religionsklasse vor einem Geschäft startete er einst, nach und nach wurde „expandiert“.

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18.12.2017, 01:00 Uhr
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