Tübingen · Klimaschutz

Vom Wählen zum Handeln

Die Bewegung „Fridays for Future“ will die Energie von der Straße und den Wahlen in Anträge, Beschlüsse und Ergebnisse für eine klimaneutrale Stadt umwandeln.

01.06.2019

Von ST

Fridays For Future in Tübingen
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Fridays For Future in Tübingen: Zwei Tage vor der Europawahl demonstrieren auch in Tübingen erneut tausende Schülerinnen und Schüler für mehr Klimaschutz.

01:07 min

Die Vertreter von „Fridays for Future“ freuen sich über die „Klimawahl in der EU und in Tübingen“ und über den Zehn-Punkte-Plan von Oberbürgermeister Boris Palmer, mit dem Tübingen bis 2030 klimaneutral werden soll. Sie wollen der Politik „den Mut geben, tiefer gehende Maßnahmen zu ergreifen, denn die braucht es dringend“, teilten sie Freitag mit. Eine Woche zuvor haben in Tübingen und Rottenburg 3500 überwiegend junge Leute für einen stärkeren Klimaschutz demonstriert. „Die Proteste haben gezeigt: Die Gesellschaft ist nicht weiter verschreckt von radikalem Klimaschutz, im Gegenteil – die Menschen haben Angst vorm Nichtstun und Zögern bestimmter Parteien“, schreiben Anneke Martens und Caroline Kunz.

Die jungen Aktivisten betonen: „In Tübingen ist schon viel passiert in Sachen Klimaschutz.“ Es gehe nicht darum, die Arbeit all der Menschen zu diskreditieren, die sich dafür engagiert hätten. Man könne darauf aufbauen und Tübingen für die Zukunft auf den 1,5 Grad-Kurs bringen. „Ein klimaneutrales Tübingen bis 2030 kann und muss das Ziel sein.“ In den Wahlprüfsteinen, die „Fridays for Future“ den Parteien geschickt hatte, habe sich die Mehrheit zur Klimaneutralität bis 2030 bekannt. „Für einige Parteien war das sicher eine Art Radikalisierung ihres Klimaprogramms. Das freut uns sehr. Es zeigt, wie wichtig es ist, die Klimapolitik Tübingens kritisch und mit viel Energie zu begleiten. Nicht um Schuld zuzuweisen, sondern um der Sache mehr Fahrt zu geben.“, erklärt Aktivistin Caroline Kunz.

Fridaysforfuture Demo in Tübingen
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© Tobias Faißt 02:09 min

Die „Fridays for Future“-Gruppe Tübingen will mit den Fraktionen des Gemeinderats und mit allen wichtigen Akteuren in den Dialog treten und mit dafür sorgen, dass schnell wirksame Maßnahmen umgesetzt werden.

„Es ist großartig, dass auch die Diskussion um eine autofreie Stadt mehr Fahrt aufnimmt und von politischer Seite aufgegriffen wird. Denn um unsere Emissionen wirklich zu senken und um mehr Lebensqualität zu schaffen, müssen wir den Autoverkehr in Zukunft ganz anders regeln.“, so die Schülerin Gwendolyn Graepler.

Neben Maßnahmenplänen fordert „Fridays for Future“ auch einen Mechanismus, mit dem alle Entscheidungen und Projekte im Gemeinderat auf ihre Klimaschädlichkeit geprüft werden. Bei mehreren Optionen müsse die klimaschonendste Variante gewählt werden. Vorbild könne der Klimavorbehalt sein, wie er im „Klimanotstand“ der Stadt Konstanz verankert ist.

Fridaysforfuture Demo in Tübingen
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© Tobias Faißt 02:09 min

Die Uni-Mensa kritisiert

In der Mensa Wilhelmstraße wirbt das Studierendenwerk mit „Nachhaltigkeitstagen“ vom 3. bis 6. Juni. Doch „Fridays for Future“ bemängeln: „Drei von fünf Gerichten enthalten Fleisch, nur eines ist vegan. Fridays for Future Tübingen hält das Anpreisen von fleischlastigen Gerichten in einer Nachhaltigkeitswoche für ein völlig falsches Zeichen.“

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Erstellt:
1. Juni 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Juni 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Juni 2019, 01:00 Uhr

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