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Vom Rand ins Netz
Wenig bekannte Disziplinen finden bei Sportdeutschland.tv neue Heimat

Vom Rand ins Netz

Sport in bewegten Bildern? Da gibt es keinen Mangel - wenn es um Fußball oder Formel 1 geht. Sportdeutschland.tv bietet im Internet eine Plattform auch für Randsportarten: von Sumo-Ringen bis Pool.

06.02.2016
  • THOMAS GOTTHARDT

Ulm. Vielleicht mal zu Hause in die Welt von Spartan Race oder Tauziehen eintauchen? Oder wie wäre es mit Korfball, Finswimming oder Wakeboard? Das sind Sportarten im Ranking noch weit unter den skurrilsten Randsportarten. Dennoch gibt es selbst davon immer wieder einmal digitale Bewegtbilder zu sehen. Nämlich bei „Sportdeutschland.tv„, als Livestream oder als Aufzeichnung im Internet.

Dieses Portal (siehe Info-Box) bietet jedoch auch was für „Normalos“. Von der Handball-EM hat der Sender alle Spiele ohne deutsche Beteiligung live im Web übertragen. Die Deutschland-Begegnungen standen kurz nach dem Abpfiff „on demand“ (auf Abruf) zur Verfügung. Der Erfolg der DHB-Männer brachte auch Sportdeutschland.tv überragende Quoten. Die Bilanz: Über eine Million Zuschauer haben im Januar Übertragungen, Berichte, Highlights und Analysen zur Handball-EM und weiteren Sportereignissen wie den Volleyball-Olympiaqualifikationsturnieren der Herren und Damen oder einem Judo-Grand Prix abgerufen.

Zahlen, die Oliver Beyer, Geschäftsführer bei Sportdeutschland.tv, natürlich freuen. „Wir wollen Sport in Deutschland sichtbar und erlebbar machen“, skizziert Beyer das Motto des in Köln ansässigen Startups. Und zwar neben den Quoten-Bringern wie Fußball und Formel 1. Die Quoten-Erfolge in Polen wurden gefeiert am Rhein, aber sonst wird um die Abrufe ein kleines Geheimnis gemacht. „Manchmal sind es mehrere 100 000, die sich solche Events anschauen, manchmal auch deutlich weniger“, sagt Beyer. Die Altersgruppe der 18- bis 35/39-Jährigen ist die, die sich in der Hauptsache bei Sportdeutschland.tv bedient.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens mit 15 Festangestellten ist im Grunde genommen ganz einfach: Im Oktober des vergangenen Jahres wurden zum Beispiel die Bundesmeisterschaften im Pool-Billard in Darmstadt übertragen. Sportdeutschland.tv stellte die Logistik und die Technik mit der erforderlichen Bandbreite und ermöglichte damit das Streaming. Der Verband oder der Verein sorgte dafür, dass ein Kommentator, der sich auch einen Experten an seine Seite holen kann, die Bilder mit Sprache und Kompetenz begleitet. Letztendlich beruht dieses Modell auf einer Partnerschaft des Gebens und Nehmens.

Eine schon fast idealistische Konstellation, die aber auch ökonomischen Zwängen unterliegt. Werbung ist aktuell die Hauptsäule der Finanzierung, aber Beyer macht keinen Hehl aus der Tatsache, dass es auch Überlegungen gibt, Bezahlmodelle einzuführen, wenn auch nicht heute oder morgen. So könnte es in Zukunft eine kostenfreie „Grundversorgung“ geben, wie jetzt noch, und einen kostenpflichtigen Inhalt. Es seien aber auch andere Bezahlmodelle denkbar. Momentan jedoch steht zunächst die Vergrößerung der Reichweite im Vordergrund.

Das geht nur, wenn auch die Qualität der Übertragungen stimmt. Die Verbände engagieren deshalb Firmen, die Bewegtbilder produzieren, die so gut sind, dass TV-Regionalsender diese sogar als Zweitverwerter nutzen können. Die Vereine stehen letztendlich in der Verantwortung, dass die gesendeten Bilder und die gesprochenen Worte den Anforderungen entsprechen. Selbst Klubs aus der zweiten Basketball-Liga Pro B (dritte Liga) sorgen für Liveübertragungen, wie zum Beispiel die ScanPlus Baskets Elchingen. Die Tischtennis-Bundesliga oder auch Volleyball, sogar mit einer Konferenzschaltung, gehören zu den Dauergästen bei Sportdeutschland.tv.

Dabei legen die Macher Wert auf einen seriösen journalistischen Stil, wenn auch der Begriff „objektive Berichterstattung“ durchaus weit gefasst wird. Ein Herumgeschreie und Gejohle von „heimischen“ Kommentatoren soll es nicht geben, stellt Beyer klar. Allerdings sollen Begeisterung und Euphorie auch nicht völlig unter den Tisch fallen. Eine Stallorder für die Übertragung oder die Kommentatoren gebe es übrigens nicht.

Mit dem Begriff „Resterampe“ musste Beyer lernen umzugehen, ganz nüchtern, ohne beleidigt zu sein. Was die Öffentlich-Rechtlichen nicht wollen, landet im Internet bei Sportdeutschland.tv, so der immer wiederkehrende Vorwurf. Das juckt Oliver Beyer, der keine Umsatzzahlen nennen will, längst nicht mehr. Man müsse mal genau hinschauen, „was so alles keiner haben will“, sagt Beyer, der sich nicht nur klammheimlich freut, dass er mit „Exoten“ auf der Gewinnerseite steht.

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06.02.2016, 09:30 Uhr
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