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Unternehmen

Vom Pinsel zum Digitaldruck

Heinkelwerbung feiert Jubiläum: Beim Schlendern durch die Stadt fällt sie kaum auf, dabei ist sie überall: Die Firma Heinkelwerbung gestaltet seit 50 Jahren Werbeflächen für regionale und überregionale Unternehmen. Dabei hat sich die Technik enorm entwickelt und die Ansprüche der Kunden sind gestiegen.

09.10.2015
  • Text: Maik Wilke | Foto: Horst Haas

Schilder, Plakate, Leuchtreklamen: Man verbindet sie mit dem Unternehmen, das präsentiert wird – und so ist es auch beabsichtigt. Der Hersteller der Werbung ist dagegen nicht zu sehen. Dabei bearbeitet die im Reutlinger Industriegebiet In Laisen ansässige Firma Heinkelwerbung bereits seit einem halben Jahrhundert Präsentationsflächen für ihre Kunden. Darunter sind die Bäckerei Keim, die Kemmler-Baustoffe, die Manz AG, die Reiff-Gruppe, die Kreissparkasse Reutlingen und die Brauerei Schimpf.

Auch die Klebefolien für den Mannschaftsbus des Basketball-Bundesligisten Walter Tigers aus Tübingen hat Heinkelwerbung angefertigt. Der Bundesligist gehört zu einem großen Kundenstamm, der sich in den 50 Jahren Firmengeschichte zusammen getragen hat. „Anfang der 70er waren es vereinzelte Reutlinger Unternehmen die zum Kundenkreis gehörten“, erzählt Geschäftsführer Oliver Kehle. „Mittlerweile haben wir bundesweit über 2000 Auftraggeber.“ Und diese haben ganz verschiedene Forderungen: Displaysysteme wie Roll-Ups und Pop-Ups, bedruckte Pavillons und Zelte, Beach Flags, Fahnen, Prospektständer, Fahrzeugbeschriftungen, Vollverklebungen, Leitsysteme, Firmen- und Bauschilder, Lichtwerbung, Werbepylone, Schaufenster- und Messebeschriftungen.

Um mit den Wünschen der Kunden mitzuhalten musste sich die Technik der Werbung entwickeln. „Ende der 80er Jahre kam der Digitaldruck. Damit hat sich vieles verändert“, betont Kehle. Davor wurde Werbung hauptsächlich von Hand aufgetragen, egal ob auf Textil oder Kunststoff. Schilder und Banner wurden bemalt, Autos mit der entsprechenden Aufschrift lackiert. „Die Buchstaben wurden von Hand ausgeschnitten, damit man eine passende Schablone erhält“, erinnert sich Kehle. „Man konnte nicht einfach am Computer die Schriftart eingeben und erhielt ein sauberes Ergebnis.“ Möchte man heute sein Firmenauto umgestalten, druckt man eine Klebefolie am Drucker aus und bringt sie am Fahrzeug an – ganz einfach.

Kehle übernahm die Geschäftsführung 2008, nachdem er zuvor drei Jahre an der Seite von Gründer Hans Heinkel den Betrieb geleitet hatte. Heinkel selbst hatte klein angefangen: Als das Unternehmen 1979 an den heutigen Standort im Reutlinger Industriegebiet In Laisen zog, hatte der Betrieb nur acht Mitarbeiter. Heute besteht das Team aus über zwanzig Frauen und Männern.

Kehle ist tief mit der Firma verbunden, auch seine Ausbildung zum Schilder- und Lichtreklamehersteller absolvierte er 1992 bei Heinkel. „Früher war das der Schildermaler, der wirklich noch mit Pinsel und Malstock gearbeitet hat“, beschreibt er die Entwicklung seines Berufs. Mittlerweile hat die Firma einen Digitaldrucker, der es mit allen Materialien aufnimmt: Alufolie, Kunststoff, Acrylglas, selbstklebende Folien, Textilien und PVC-Gewebe – eine Maschine für alles, lautet das Prinzip.

So wie die Technik, hätten sich die Ansprüche der Kunden geändert. „Generell kann man sagen, dass im Laufe der Zeit alles bunter und aggressiver geworden ist. Der Wettbewerb wurde größer und die Hemmschwelle der werbenden Firmen teilweise immer geringer“, sagt Kehle. Für Messen und Veranstaltungen verlangen Firmen mobile Werbeflächen, die leicht zu handhaben sind. „Da muss alles schnell aufgestellt und wieder eingepackt sein“, sagt Kehle.

Von Dauer sollte dagegen die Werbefläche an einer Brücke vor dem Tübinger Tor genutzt werden. „Da mussten wir mit Bergsteigerausrüstung ran und uns von oben herabseilen, um den Schriftzug des Kunden anzubringen. Das haben wir natürlich unserem sportlichsten Mitarbeiter überlassen“, erzählt Kehle mit einem Grinsen.

Neben der Herstellung hilft Heinkelwerbung auch bei der Entwicklung des Designs. „Wir sehen uns als Komplettlöser und übernehmen auch gerne den kreativen Part, gerade für kleinere Unternehmen“, so Kehle. Zum 50. Geburtstag wird die Firma übrigens zum eigenen Kunden: Fahrzeuge, Flaggen und Banner des Betriebs werden neu gestaltet und bekommen ein neues Jubiläums-Design.

Vom Pinsel zum Digitaldruck
Geschäftsführer Oliver Kehle präsentiert das Jubiläumsdesign: Seit 50 Jahren gestaltet Heinkelwerbung Werbeflächen in unterschiedlichsten Varianten.

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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