Linie 43 wird Einsatzgebiet für Hybridbusse

Vom Killesberg zum Feuersee: Neue Fahrzeugtechnik soll Kraftstoffverbrauch weiter senken

Die Stuttgarter Linie 43 wird Hybridbuslinie. Ab Anfang November wird die SSB ihre insgesamt zwölf Busse überwiegend auf dieser Linie einsetzen.

02.10.2013

Von ELKE HAUPTMANN

Stuttgart Fahrgäste hatten es bislang gar nicht so einfach, in Stuttgart Hybridbus zu fahren. Die 2010 ausgelieferten fünf Fahrzeuge waren auf unterschiedlichen Linien im gesamten Netz unterwegs. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) wollte so Erfahrungen sammeln, welche Strecken sich dafür am besten eignen.

Jetzt steht fest: Die Busse werden auf der Linie 43 fahren. Diese Buslinie ist eine rein innerstädtische Linie, rund 22 Kilometer lang. Sie bedient auf dieser Tour vom Killesberg zum Feuersee und zurück 51 Haltestellen und bewältigt 48 Ampeln. Sie gilt als topografisch zweitanspruchsvolle Strecke. Gerade das macht sie ideal: Viele Starts und Stopps sind nach Erfahrungen der SSB wichtig für einen möglichst wirtschaftlichen Einsatz der Fahrzeuge. Die fünf bislang eingesetzten Hybridbusse sind jeweils mehr als 100 000 Kilometer gefahren. Dabei zeigte sich: Durch die Rückspeisung der Bremsenergie liegt der Energieverbrauch gegenüber einem herkömmlichen Dieselbus um bis zu 18 Prozent geringer. So kann der Treibstoffverbrauch von 58 bis 60 Liter auf durchschnittlich 48 Liter auf 100 Kilometer gesenkt werden.

Ob eine weitere Einsparung möglich ist, wenn die Busse nachts an die Steckdose kommen, soll nun anhand von fünf neuen Bussen getestet werden, die gestern zusammen mit zwei weiteren "normalen" Hybridbussen dem SSB-Fuhrpark in Gaisburg überstellt wurden. Sie wurden mit einer so genannten "Plug-in"-Vorrichtung auf dem Dach versehen. Damit, betont der Leiter von Daimler Busses, Hartmut Schick, vergrößere der Mercedes-Benz Citaro G Blue Tec Hybrid seine Reichweite im rein elektrischen Fahrbetrieb. Zur Verkürzung der Ladezeit wird mit 400 Volt Netzspannung geladen statt mit den 230 Volt an üblichen Haushaltssteckdosen.

Die SSB verspricht sich laut Vorstand Wolfgang Arnold aber nicht nur eine Reduzierung des Treibstoffverbrauchs der 18 Meter langen Gelenkbusse, sondern vor allem auch noch weniger Geräusche. Denn das Anspringen des Dieselmotors zum Aufladen der Batterie fällt vor allem in den Morgenstunden in den Wohngebieten auf, wenn der allgemeine Lärm auf Stuttgarts Straßen noch nicht eingesetzt hat.

Die fünf neuen Plug-In-Fahrzeuge, die im Rahmen der Initiative "Schaufenster Elektromobilität" der Bundesregierung öffentlich gefördert werden, haben an diesem Donnerstag übrigens Vorpremiere: Am 3. Oktober übernehmen sie im Rahmen des Bürgerfestes am Tag der deutschen Einheit den Shuttlebetrieb zwischen den Veranstaltungsorten. Sie werden unter anderem die Politprominenz zum Festakt in der Liederhalle bringen.

Ab November sollen sie dann den regulären Betrieb aufnehmen und flüsterleise und abgasfrei durch die Innenstadt rollen. In der Hauptverkehrszeit setzt die SSB elf Busse ein - einer bleibt in Reserve. Mit bis zu 13 400 Fahrgästen täglich ist sie die zweitstärkste Buslinie nach der Buslinie 42 mit 30 200 Fahrgästen.

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Erstellt:
2. Oktober 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
2. Oktober 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2013, 12:00 Uhr

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