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Vom Anstich bis zum Zapfenstreich
Das Kettenkarussell gehört seit jeher auf das Wiesn-Festgelände. Foto: Tommy Loesch / München Tourismus
Überblick: Das Wiesn-ABC

Vom Anstich bis zum Zapfenstreich

Noagerl? Gschpusi? Italiener-Wochenende? Das Oktoberfest in München ist eine eigene Welt – mit spezieller Sprache und eigenen Gebräuchen. Wissenswertes rund um die Wiesn von A bis Z.

15.09.2017
  • DPA

A wie Anstich: Um Punkt 12 Uhr sticht der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter am ersten Wiesn-Samstag in der Anzapfbox im Schottenhamel-Zelt das erste Fass an und ruft: „O‘zapft is!“

B wie Bier und Brezn: Bilden eine Art Corporate Identity des Festes. Kein Wiesn-Plakat kommt ohne Bilder von Brezn und Bierkrug aus.

C wie Camping: Ein Hotspot ist während des Festes der Campingplatz in Thalkirchen. Vorzugsweise Australier leben dort in Zelten. In Campern kommen die Italiener, sie parken gern nah am Festgelände.

D wie Dirndl: Gibt es heutzutage günstig in fast jedem Kaufhaus und für Kurzentschlossene auch rund ums Festgelände. Mit der Landhausmode hatte der Trachtenhype begonnen und über untraditionelle Minidirndl zuletzt zu einem etwas gehobeneren Stil geführt. Insider meinen allerdings: Die Pracht der Tracht verblasst langsam wieder.

E wie Essen: Wagenladungen davon werden verzehrt. Mehr als 100 Ochsen, fast 60 Kälber, gut 360 000 Hendl und mehr als 28 Tonnen gebrannte Mandeln verspeisten hungrige Gäste im Jahr 2016.

F wie Fundstücke: Fast 3000 wurden vergangenes Jahr im Wiesn-Fundbüro abgegeben – darunter 680 Kleidungsstücke, 660 Geldbörsen, 580 Ausweise, 410 Smartphones und Handys, 250 Brillen, 220 Schlüssel, 90 Taschen, Rucksäcke und Beutel, 55 Regenschirme und Stöcke, 55 Schmuckstücke und Uhren sowie 15 Fotoapparate. Als Kuriosa wurden im Fundbüro abgegeben: zwei Romane „Nie wieder Blondinen“ mit Widmung.

G wie Gschpusi: ist das bairische Wort für eine Liebschaft, ein Verhältnis oder Techtelmechtel. Der Begriff wird sowohl für die Liebesbeziehung selbst, als auch für die jeweiligen Partner verwendet.

H wie Hügel: Im Winter fahren Kinder mit dem Schlitten hinunter, zur Wiesn-Zeit geht es auf dem Hügel hinter den Zelten nicht gerade jugendfrei zu. Paare kommen sich näher, Wiesngäste erleichtern ihre Blase oder ihren Magen, manche schlafen dort ihren Rausch aus. Weshalb der Hügel auch zutreffend Kotzhügel genannt wird.

I wie Italiener-Wochenende: Das mittlere der drei Wiesn-Wochenenden gilt traditionell als besucherstärkstes – und zehntausende italienische Gäste tragen ihren Teil dazu bei.

J wie Jubel: Er brandet auf, wenn der Oberbürgermeister das erste Fass angezapft hat und das Bier endlich in Strömen fließt.

K wie Käferzelt: Hier knutschten die Effenbergs, und zum traditionellen Wiesn-Besuch des FC Bayern bringen die Spieler ihre Frauen mit. Das nach der Wirtsfamilie Käfer benannte Zelt am Ende der Bierstraße ist nobel und das Promi-Zelt Nummer eins.

L wie Lebkuchenherz: Spatzl, Mausi oder der schlichte „Gruß vom Oktoberfest“ – wer ohne Lebkuchenherz von der Wiesn nach Hause geht, ist selbst schuld.

M wie Maß: Die Maß ist weiblich und sie wird mit kurzem a und scharfem s gesprochen. Wer „ein Maaaß Bier“ bestellt, outet sich sofort als Zugroaster. Bis zu 10,95 Euro kostet die Maß in diesem Jahr.

N wie Noagerl: Der unappetitliche Rest in der Maß heißt Noagerl und teilt die Welt in drei Typen von Trinkern: Die, die auf den letzten Schluck verzichten, die, die ihn trinken, und die, die ihn gleich in die nächste Maß kippen.

O wie Öffnungszeit: Kompliziert. Ab 9 Uhr dürfen Gäste aufs Festgelände. Der Bierausschank beginnt an Wochenenden um 9, unter der Woche um 10 Uhr. Fahrgeschäfte machen um 10 Uhr auf. Schluss mit Musik und Bier ist je nach Zelt zwischen 22.30 Uhr und 0.30 Uhr, bei den Schaustellern endet der Betrieb zwischen 23.30 und 24 Uhr.

P wie Prosit der Gemütlichkeit: Es ist der Wiesn-Gassenhauer schlechthin. Wenn er ertönt, heißt es: Hoch die Krüge und gsuffa. Die Blaskapellen in den Zelten stimmen es mehrmals pro Stunde an – auch, um den Bierkonsum zu fördern.

Q wie Quiz: Sind Sie fit für die Wiesn? Sprechen Sie Bairisch? Vor dem Fest kursieren allerlei Fragebögen, wobei das Abschneiden bei den Tests keinerlei Konsequenz für den Wiesnbesuch hat.

R wie Reservierung: Sie ist an sich kostenfrei, die meisten Zelte verlangen aber den Kauf von Verzehrgutscheinen, etwa für zwei Maß Bier und ein Hendl. Im Internet werden Reservierungen aber zu astronomischen Preisen gehandelt, 3000 bis 6000 Euro für einen Zehnertisch kann man loswerden.

S wie Sanitätsstation: Die ist 750 Quadratmeter groß, wird vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) betrieben und ist für die medizinische Versorgung von tausenden Besuchern gerüstet. Zu viel Alkohol oder Schnittwunden sind häufige Behandlungsgründe. Im vergangenen Jahr zählte das BRK knapp 7000 Patienten. 950 Ehrenamtliche helfen auf der Sanitätsstation.

T wie Terrorsorgen: Sie erreichten die Wiesn 2009. Das Terrornetzwerk Al Kaida hatte in einem Drohvideo den Haupteingang des Volksfestes gezeigt. Poller und Betonsperren wurden damals als Schutz vor Angriffen mit Autos installiert. Damals allerdings dachte man an Autobomben. Heute gilt die Sorge auch Lastwagen ohne Sprengstoff.

U wie Umsatz: Wer wie viel verdient auf der Wiesn, ist ein großes Geheimnis. Allerdings müssen die Wirte dieses Jahr ihre Umsätze gegenüber der Stadt offenlegen. Denn um die erhöhten Kosten für die Sicherheit zu finanzieren, werden sie mit einer Umsatzpacht zur Kasse gebeten.

V wie Vollrausch: Auch wenn die Verantwortlichen immer wieder den traditionellen Charakter der Wiesn betonen: Für viele ist sie in erster Linie das größte Bierfest der Welt, das entsprechend oft im Vollrausch endet.

W wie Weinzelt: Kaum zu glauben, aber nicht überall auf der Wiesn gibt es Bier in Maßen. Im Weinzelt trinkt man – wie der Name schon sagt – Wein. Freilich nicht aus dem Maßkrug. Außerdem gibt es Weißbier.

X wie xuffa: Nicht die gebräuchlichste Schreibweise. Aber wenn es zur Wiesn wieder heißt „oans, zwoa, drei . . .“, dann kann der bierselige Münchner „gsuffa“ rufen oder eben auch „xuffa“. Rein grammatikalisch ist „xuffa“ (oder „gsuffa“) das Partizip Perfekt von „saufen“. Faktisch ist es ein Imperativ und fordert auf, die Maß Bier krachend gegen eine andere zu donnern und einen tiefen Schluck zu nehmen.

Y wie Yokohama und Yangon: Die Wiesn ist bekanntlich ein Exportschlager. Sogar in Yangon in Myanmar und in Yokohama in Japan gibt es ein Oktoberfest.

Z apfenstreich: Um 22.30 Uhr ist in den meisten großen Zelten Schluss: Ab dann gibt es kein Bier mehr. Die letzte Stunde verbringen die Ordnungskräfte vor allem damit, Betrunkene aus den Zelten zu treiben. Zum letzten Mal tun sie das dieses Jahr am 3. Oktober. Dann ist nach 18 Festtagen endgültig Schluss mit der Wiesn 2017. dpa/sok

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15.09.2017, 06:00 Uhr
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