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Das Reich der Superreichen

Volksrepublik China hat erstmals die meisten Milliardäre der Welt

So viele neue Milliardäre in kurzer Zeit - das hat noch kein Land geschafft. In China hat sich die Zahl der Superreichen binnen eines Jahres fast verdoppelt. Es ist damit das Land mit den meisten Milliardären.

17.10.2015
  • FELIX LEE

Peking China blickt auf wirtschaftlich zwölf schwierige Monate zurück. Fabriken machen dicht. Die Aktienkurse brachen im Sommer ein. Das Wirtschaftswachstum wird in diesem Jahr mit wahrscheinlich unter sieben Prozent so niedrig ausfallen wie seit mehr als 25 Jahren nicht. Trotzdem gibt es in der Volksrepublik immer mehr Superreiche.

Wie aus der "Hurun-Reichenliste" hervorgeht, ist die Zahl der chinesischen Vermögenden mit mehr als einer Milliarde US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten auf insgesamt 596 angestiegen. Das sind 242 Milliardäre mehr als im Jahr zuvor. China zählt damit erstmals mehr Milliardäre als die USA, die auf 537 Superreiche kommt. Die offiziell nach wie vor kommunistisch regierte Volksrepublik ist somit das Land mit den meisten Milliardären.

Die Hurun-Liste wird jährlich von dem gebürtigen Luxemburger Unternehmer Rupert Hoogewerf, der in Shanghai lebt, erstellt. "Chinas Reiche haben mehr Wohlstand geschaffen als jemals in einem Land zuvor", sagt er. Werden Hongkong, Taiwan und Macau hinzugerechnet - offiziell chinesische Territorien mit jedoch jeweiligem Sonderstatus - liegt die Zahl der Milliardäre der Hurun-Liste zufolge sogar bei 719.

Reichster Chinese ist Wang Jianlin von Dalian Wanda. Der Chef von Chinas größtem Immobilien- und Unterhaltungskonzern konnte sein Vermögen um mehr als zehn Milliarden auf rund 34 Milliarden Dollar erhöhen. Er verdrängt Jack Ma auf Platz zwei, den Gründer des Internetkonzerns Alibaba, der derzeit auf ein geschätztes Vermögen von rund 22 Milliarden Dollar kommt.

Die Hurun-Liste basiert auf Recherchen, Schätzungen und Interviews der Vermögenden, die allerdings nur zum Teil auskunftsbereit sind. Hoogewerf gibt zu: "Auf jeden Milliardär, den wir identifizierten, haben wir mindestens einen, wenn nicht zwei übersehen." Die tatsächliche Zahl der chinesischen Superreichen liege bei mindestens 1800. Bei den meisten Vermögenden in China handelt es sich um private Unternehmer, die vor 20 Jahren noch weitgehend mittellos waren.

Ein Grund für die rasante Zunahme der Milliardäre in China sind die heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Bis Juni waren die Kurse an den chinesischen Aktienmärkten innerhalb von einem Jahr um 150 Prozent in die Höhe geschossen. Darauf folgte zwar ein Absturz um rund 40 Prozent. Einigen Anlegern gelang es dennoch, über Spekulationsgeschäfte ihr Vermögen zu vergrößern.

Doch in China gibt es nicht nur immer mehr Superreiche. Auch die Mittelschicht wird größer. Der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften (CASS) zufolge gehören derzeit rund 350 Millionen der insgesamt 1,38 Milliarden Chinesen der Mittelschicht an. Die CASS zählt Haushalte mit einem Jahreseinkommen zwischen umgerechnet rund 8500 und 71000 Dollar (etwa 7500 bis 62000 Euro) zur Mittelschicht. Das sind rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Als arm gilt nach chinesischer Definition, wem unter einem Dollar am Tag zur Verfügung steht. Rund 70 Millionen Menschen leben offiziellen Zahlen zufolge unter dieser Armutsgrenze. Immerhin hat sich die Zahl der Armen in China im Vergleich zum Vorjahr um etwa zehn Millionen verringert.

Volksrepublik China hat erstmals die meisten Milliardäre der Welt
Luxus pur: Eine Menschenmenge in Nanjing im Osten Chinas bewundert einen mit Gold überzogenen Luxus-Sportwagen, der vor einem Juwelier parkt. Foto: afp

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17.10.2015, 12:00 Uhr
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