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Vogt-Medaille für Henning Petershagen
H. Petershagen
Preisgekrönte Mundartkolumnen

Vogt-Medaille für Henning Petershagen

Preisend mit viel schönen Reden – am Dienstag hat der Journalist und Kulturwissenschaftler Henning Petershagen in der Reutlinger Volksbank die Friedrich-E.-Vogt-Medaille der Mundartgesellschaft Württemberg verliehen bekommen.

12.10.2017
  • Matthias Reichert

Damit zeichnet der Verein um Wilhelm König seit 1986 besondere Verdienste um das Schwäbische aus. Zu den Preisträgern zählen Politiker, Schriftsteller, Kabarettisten. Zuletzt haben Dominik „Dodokay“ Kuhn (2011) und Christoph Sonntag (2014) die Medaille erhalten.

Petershagen hat in der Ulmer „Südwestpresse“ in rund 700 Kolumnen humorvoll schwäbische Begriffe untersucht und heitere, aber profunde Sprachkunde betrieben, Namen und Ortsbezeichnungen beleuchtet, viele Texte sind als Bücher erschienen. Seine beliebten Samstags-Serien hießen „Schwäbisch für Besserwisser“, „Schwäbisch auf Anfrage“, „Schwäbisch offensiv“.

Der 2. Vorsitzende der Mundartgesellschaft, Reiner Schur, pries dem 68-Jährigen vor 100 Zuhörern für seine „professionelle Aufbereitung des Schwäbischen mit hohem Unterhaltungswert“ als „ganzheitliche Arbeit mit verbraucherfreundlichen Appetithappen“. Vereins-Beisitzer Jörg Beirer lobte auf Schwäbisch: „A Sprôch wie gmôlt – zu braucha wie a Acker voller Grumbiera, a Sprôch zum Hirna und Schwätza“. Petershagen sei eigenständig und grad so knitz, dass er net überschlau daherkomme.

Kabarettist Sonntag blickte in seiner Laudatio launig auf die eigene Auszeichnung zurück: Damals habe Laudator Dodokay nur über sich selbst geredet, das mache er ihm nun nach. Seither sei er, Sonntag, mit Auszeichnungen förmlich überhäuft worden, machte er dem Geehrten die Medaille schmackhaft. Kulturwissenschaftler Prof. Hubert Klausmann, Leiter der Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“ an der Uni Tübingen, beruhigte die Gäste: Petershagen sei trotz seines norddeutschen Namens ein waschechter Schwabe. In seinen Serien habe er dialektale Eigenheiten beobachtet, die von Besserwissern immer als kurios belächelt worden seien. Klausmann zitierte Beispiele: Die keinesfalls naheliegenden Wurzeln von „sodde und sodde“, die Worte „Bein“, „Fuß“ und „fußeln“ die salzige Herkunft von „Gsälz“. Sämtliche Artikel seien wissenschaftlich genau untermauert. „Hier schreibt ein Fachmann“, sagte Klausmann.

Der gut schwäbisch als „Käpsele“ Geehrte würdigte den 2010 verstorbenen Sprachwissenschaftler Arno Ruoff, der ihn kenntnisreich unterstützt habe. Petershagens Credo: „Schwäbisch ist kein schlechtes Deutsch, sondern einfach anders und vielfach präziser.“

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12.10.2017, 01:00 Uhr
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