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Klassisch

Völlig unverzopft

Im heutigen Konzertleben hat das Cembalo einen schweren Stand. Solistisch wurde es längst vom kraftvoll klingenden Klavier überholt – und wenn es denn doch einmal zum Einsatz kommt, dann zumeist nur, um als Begleitinstrument den dünnen Generalbass zu zirpen.

29.11.2017
  • BURKHARD SCHÄFER

Ulm. Wie taufrisch und aufregend zeitgemäß das Cembalo klingen kann, beweist die vorliegende CD des jungen französischen Cembalisten Jean Rondeau. „Vertigo“ heißt sie, benannt nach dem auf der Scheibe unter anderem zu hörenden Rondo „Le Vertigo“ von Joseph-Nicolas-Pancrace Royer (1705-1755). Rondeau kontrastiert Musik dieses französischen Barockmeisters mit derjenigen Jean-Philippe Rameaus (1683-1764) und schlägt aus dieser historischen Begegnung Funken (erschienen bei Erato/Warner Classics).

Herr Rondeau, ist das nicht eher ungewöhnlich, ein Cembalist zu sein? Wie kamen Sie zu dem Instrument?

Es war ganz normal für mich, mit dem Cembalo in Berührung zu kommen. Als ich fünf Jahre alt war, hörte ich das Instrument im Radio – und sofort hat mich der Klang so unmittelbar berührt und fasziniert, dass er mich fürs Leben prägte. Es war mir natürlich in diesem Alter noch nicht klar, dass ich später einmal professioneller Cembalo-Spieler werden würde, aber dieser Zugang war so ein unverstellter, wie ihn vielleicht nur Kinder bekommen können.

Welchen Stellenwert hat das Cembalo für Sie im Vergleich zu angesagten Instrumenten wie der Geige oder dem Klavier?

Ich mache überhaupt keinen Unterschied zwischen dem Cembalo und anderen Instrumenten. Es hat einfach eine andere Geschichte als die Geige und das Klavier, die fast immer im Konzertleben präsent waren. Das Cembalo war dagegen in der Romantik nicht auf der musikalischen Bühne zu finden und kam dann erst im 20. Jahrhundert wieder dorthin zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden erst wieder Instrumente gebaut, die denen aus dem 17. und 18. Jahrhundert glichen.

Verfolgen Sie mit dem „Vertigo“-Album ein Konzept?

Für mich steckt hinter der CD tatsächlich ein ganz bestimmtes Konzept. Jedes gute Album sollte eine Geschichte erzählen. „Vertigo“ nimmt den Hörer – hoffentlich – mit auf eine Zeitreise: hin zu einem musikdramatischen Wettstreit der beiden damals auf den Opernbühnen von Versailles und Paris miteinander konkurrierenden Komponisten. Auf der Klaviatur des Cembalos haben Rameau und Royer versucht, das große Theater nachzuspielen. Auf diesen Spuren wandele ich.

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29.11.2017, 06:00 Uhr
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