Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Kommentar · US-Zölle

Völlig irrational

Ein Geländewagen, der im US-Werk Tuscaloosa von Mercedes-Benz vom Band rollt, ist eine tolle Sache.

18.02.2019

Von DIETER KELLER

Von solchen Autos sollten mehr nach Deutschland exportiert werden. Eine S-Klasse dagegen, die in Sindelfingen entsteht und in die USA exportiert wird, gefährdet deren nationale Sicherheit. Nicht weil man mit der besonders schnell fahren könnte, sondern grundsätzlich. Das zeigt, was für absurde Gedanken im Gehirn von Donald Trump herumspucken. Das US-Handelsministerium muss einen Bericht dazu vorlegen. Es wäre sehr überraschend, wenn er nicht zu dem Ergebnis käme, das der Chef gern lesen will: Europäische Autos sind des Teufels, wenn sie in die Vereinigten Staaten importiert werden. Schluss.

Mit rationalen Argumenten ist Trump nicht beizukommen. Etwa dass die deutschen Autobauer in ihren US-Werken 118 000 Mitarbeiter beschäftigen. Oder dass die US-Zulieferer Sorge haben, weniger Teile nach Europa liefern zu können, wenn die EU im Gegenzug ebenfalls Zölle erhebt. Nein, der US-Präsident meint, die Deutschen sollten gefälligst amerikanische Autos kaufen, auch wenn diese ihnen nicht gefallen.

Trump agiert nicht wie ein Staatschef, sondern wie ein Autoverkäufer. Ein Handelskrieg wäre Irrsinn. Aber der hat bei Trump Methode. Mit einem so unberechenbaren und egoistischen Gegenüber ist schwer zu verhandeln. Der EU bleibt nichts anderes übrig, als eigene Zölle vorzubereiten. Die deutschen Autobauer werden noch mehr in den USA produzieren und damit dem Präsidenten Recht geben. Das nennt man Erpressung. Normale Menschen wandern deswegen ins Gefängnis. Trump ebnet es möglicherweise die Wiederwahl.

Zum Artikel

Erstellt:
18. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+