Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Virgin Mountain

Virgin Mountain

In der Tragikomödie aus Island bekommt ein schwergewichtiger Außenseiter einen Gutschein für einen Tanzkurs.

Jetzt im Kino: Ein Tanzkurs bringt den Bär auf Trab - "Virgin Mountain"

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Virgin Mountain

02:08 min

Fusi
Island 2015

Regie: Dagur Kári
Mit: Gunnar Jónsson, Ilmur Kristjánsdóttir, Sigurjón Kjartansson

95 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
11.11.2015
  • Dorothee Hermann

Versunken in der Behäbigkeit seines unglaublich massigen Körpers lebt der Mittvierziger Fúsi (Gunnar Jónsson) noch in einer Kinderwelt. Er wohnt in in der isländischen Hauptstadt Reykjavik bei seiner Mutter, die sexuell deutlich aktiver ist als der längst erwachsene Sohn. Der isst jeden Tag dasselbe Kinderfrühstück (Schokocrispies mit Milch) und beschäftigt sich am liebsten mit seinem Modell der Schlacht von El Alamein (weil es die erste Schlacht des Zweiten Weltkriegs war, in der die Nazis besiegt wurden).

Das klingt nach totalem Rückzug von der Welt. Aber halt, im Arbeitsleben funktioniert Fúsi noch perfekt: Er wuchtet auf dem Flughafen von Reykjavik Gepäck umher.

Gedreht in den lichtschwachen Szenerien eines skandinavischen Winters, zeigt der isländische Regisseur Dagur Kári endlich wieder ganz normale Menschen mit ganz normalen Jobs, ein bisschen lächerlich, ein bisschen anrührend, ganz ohne eitles Gedöns und Selbstperfektionierungsdrill.

Trotz seines eingeschränkten Lebens ist aus dem herzensguten Fúsi kein frustriertes Muttersöhnchen geworden. Ein kleines Mädchen, das neu in den Wohnblock einzieht, in dem das Schwergewicht zuhause ist, merkt das gleich.

Als der Lover der Mutter dem zurückhaltenden Mann mit der Bärenstatur ausgerechnet einen Cowboy-Tanzkurs zum Geburtstag schenkt, schwingt sich auch noch die sympathische Sjöfn (Ilmur Kristiánsdottir) unter das Leinwandpersonal.

Wer nun glaubt, der Weg zum Happy-End sei vorgezeichnet, unterschätzt den Respekt des Regisseurs für einen unsentimentalen Realismus. Trotz aller Komplikationen wie im wirklichen Leben ist die Tragikomödie aus Island ein ermutigender Film darüber, wie ein Mensch allmählich aufwacht – ohne besondere Talente, ganz ohne Lottogewinn oder sonstige unwahrscheinlichen Zufälle.

Grundguter Typ mit Bärenstatur lernt was es heißt, sich abzunabeln.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

11.11.2015, 15:35 Uhr
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuschauer-Stimmen
Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular