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Vier Tote bei Karambolage
Die Trümmer nach der schweren Massenkarambolage nahe Heilbronn auf der A?81 verteilten sich auf eine Länge von 70 Metern. Mehr als 100 Einsatzkräfte waren vor Ort. Foto: Marijan Murat/dpa
Unglück

Vier Tote bei Karambolage

Die Suche nach den Ursachen für eine verheerende Kollision mit acht beteiligten Fahrzeugen auf der A 81 gestaltet sich schwierig.

23.07.2018
  • HANS GEORG FRANK

Heilbronn. Eine Massenkarambolage mit vier Toten auf der Autobahn 81 ist für die Polizei am Tag danach noch ein Rätsel. Am Samstagnachmittag waren bei Ahorn (Main-Tauber-Kreis) mehrere Fahrzeuge kollidiert. Die Lage war so unübersichtlich, dass die Verkehrspolizisten zunächst von zehn beteiligten Autos ausgingen. Erst Stunden später stellte sich heraus, dass in diesen tragischen Unfall tatsächlich acht Fahrzeuge direkt verwickelt waren – drei Transporter des Sprinter-Typs und fünf Pkw. Ein Auto stand ohne Schrammen zwischen den Trümmern, weil der Fahrer hatte anhalten müssen. Ein SUV war bereits zuvor etwa 200 Meter entfernt in eine Leitplanke gekracht.

„Es war ein verheerender Unfall, in Fahrzeugen lagen Leichen, die Trümmer verteilten sich auf rund 70 Meter“, schilderte Carsten Diemer, Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, seinen ersten Eindruck. Um 15.59 Uhr war der Notruf ausgelöst worden. Was die mehr als 100 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz auf der Autobahn vorfanden, war ebenso schockierend wie verwirrend. Feuerwehrleute befreiten drei Personen mit dem hydraulischen Spreizer aus den Wracks. Drei Rettungshubschrauber flogen fünf Schwerverletzte – drei Männer im Alter von 41, 46 und 48 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 44 und 51 Jahren – in Kliniken in Würzburg und Mannheim. Eine 19-Jährige zog sich leichtere Blessuren zu, sie konnte ambulant versorgt werden.

Hilfe nicht mehr möglich

Vier Personen konnten die Ärzte und Sanitäter nicht mehr helfen. Zwei Männer, 43 und 59 Jahre alt, und zwei Frauen, 48 und 50 Jahre alt, starben an der Unfallstelle. Eine Leiche blieb längere Zeit abgedeckt auf der Fahrbahn liegen, weil zunächst nicht eindeutig zu erkennen war, ob diese Person aus einem Fahrzeug geschleudert oder auf der Fahrbahn überrollt worden war. Alle Beteiligten stammten aus dem süddeutschen Raum, sagte Kommissar Diemer. Kennzeichen weisen auf die bayerischen Kreise Haßberge und Würzburg hin, andere auf die baden-württembergischen Kreise Calw, Rems-Murr, Rhein-Neckar und Baden-Baden.

Spezialisten des Unfallaufnahmedienstes beim Verkehrspolizeikommissariat Tauberbischofsheim gehen inzwischen davon aus, dass nicht alle acht Fahrzeuge in kurzer Folge zusammengestoßen sind. Als wahrscheinlich gilt, dass zuerst Autos kollidiert sind und nachfolgende Fahrer nicht mehr rechtzeitig anhalten konnten. An einem Sprinter fanden sich auf mehreren Seiten Lackspuren von mindestens drei Fahrzeugen. „Das Unfallgeschehen ist sehr komplex“, fasste der Pressesprecher zusammen. Der Sachschaden wurde auf rund 150 000 Euro geschätzt.

Die Wracks wurden beschlagnahmt. Ein Sachverständiger muss nun im Auftrag der Staatsanwaltschaft rekonstruieren, was sich auf der Fernstraße zugetragen hat. Die Fahrbahn sei zwar „feucht“ gewesen, sagte Polizist Diemer. Ob es zuvor einen Wolkenbruch und dadurch bedingtes Aquaplaning gegeben haben könnte, stehe allerdings noch nicht fest. Für die Aufklärung sind die detaillierten Angaben der Beteiligten von besonderer Bedeutung. Wann die Schwerverletzten dazu gehört werden können, ist nicht bekannt.

Die A 81 musste bis 1.30 Uhr am gestrigen Sonntag voll gesperrt werden. Ab 19.30 Uhr lotste die Polizei den blockierten Verkehr entgegen der Fahrtrichtung über die Abfahrt bei Ahorn auf die Umleitungsstrecke. „Die Leute im Stau waren sehr diszipliniert, obwohl sie bis zu vier Stunden warten mussten“, stellte Polizist Diemer fest. Auch bei der Rettungsgasse habe es keine Probleme gegeben.

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23.07.2018, 06:00 Uhr
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