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Todesfalle Dachstuhl - Ursache technischer Defekt?

Vier Menschen sterben bei Feuer in Pforzheim

Der Dachstuhl in Flammen, ein Mehrfamilienhaus in Pforzheim brannte lichterloh. Vier Männer starben bei dem Brand in der Nacht zum Dienstag. Nun suchen Experten nach der Ursache für das Unglück.

21.10.2015
  • DPA/AFP

Pforzheim Bei einem verheerenden Dachstuhlbrand in Pforzheim (Enzkreis) sind in der Nacht zum Dienstag vier Männer in den Flammen gestorben. In dem Haus wohnten schon länger hier lebende Ausländer. Hinweise auf Brandstiftung oder einen fremdenfeindlichen Hintergrund gibt es bislang nicht. Das Feuer überraschte die Bewohner im Schlaf, am Ort des Unglücks kam zu dramatischen Szenen. Die vier Menschen, die beim Brand starben, befanden sich bei Ausbruch des Feuers im Dachstuhl.

Fünf Menschen haben den Brand überlebt: Ein 25-Jähriger hörte den Brandmelder und flüchtete über die Dachrinne. Er kam als einziger lebend aus der Dachwohnung heraus. Ein 36 Jahre alter Familienvater erlitt schwere Brandwunden bei dem Versuch, die über ihm wohnenden Männer noch zu retten. Seine Frau und sein dreijähriger Sohn entkamen unverletzt. Eine Bewohnerin im Erdgeschoss bleibt ebenfalls unversehrt.

Die Feuerwehr war kurz nach Mitternacht von mehreren Notrufen alarmiert worden. Bei ihrer Ankunft stand der Dachstuhl bereits komplett in Flammen. Rund hundert Helfer waren vor Ort im Einsatz. Die Feuerwehrleute mussten sich durch das zum Teil brennende und völlig verqualmte Treppenhaus nach oben kämpfen. Obwohl sie den Brand bereits kurz nach dem Eintreffen eingedämmt hatten, konnten sie die Männer im Dachgeschoss nicht mehr retten.

Die Brandopfer waren ersten Ermittlungen zufolge zwischen 28 und 40 Jahren alt und arbeiteten im Transportgewerbe. Sie stammen nach Angaben der Polizei wahrscheinlich aus Rumänien. Drei der Männer hätten in dem Haus gewohnt, der vierte sei wohl nur vorübergehend dort gewesen. Die Opfer konnten aber noch nicht eindeutig identifiziert werden. Ihre Identität soll nun auch mithilfe des rumänischen Konsulats ermittelt werden. Zudem soll die Obduktion klären, ob die Männer im Schlaf an einer Rauchvergiftung starben oder von dem Feuer noch geweckt wurden.

Eine Brandstiftung kann der Polizei zufolge nach ersten Ermittlungen "nahezu ausgeschlossen" werden. Zu den bisherigen Erkenntnissen erklärte ein Polizeisprecher: "Es scheint eher so zu sein, dass es sich um einen technischen Defekt oder Fahrlässigkeit handeln könnte." Möglich sei etwa die falsche Bedienung eines Heizgeräts. Ermittelt werde aber weiter in alle Richtungen. Zwei Brandexperten des Landeskriminalamtes trafen am späten Vormittag ein, um das zweieinhalbgeschossige Haus zu untersuchen.

Das Haus befindet sich in einem Wohngebiet des Stadtteils Dillweißenstein, der einige Kilometer vom Pforzheimer Zentrum entfernt direkt an der Nagold liegt. Bei dem Gebäude handele es sich weder um ein Asylbewerberheim, noch waren Flüchtlinge unter den Bewohnern, stellte ein Polizeisprecher klar. Die Wohnungen sollen alle vermietet gewesen sein. Die Bewohner arbeiteten ersten Erkenntnissen zufolge in Pforzheim und Umgebung.

Ob überall in dem Haus wie inzwischen landesweit vorgeschrieben Brandmelder installiert waren, konnte die Polizei noch nicht sagen. Ein Büro- und ein Wohngebäude, die Wand an Wand an das Mehrfamilienhaus grenzen, mussten nicht evakuiert werden. Für die Nachbarn bestand nach Aussagen der Polizei keine Gefahr.

Am späten Vormittag kam auch der Pforzheimer OB Gert Hager (SPD) zum Brandort. "Wir sind erschüttert", erklärte er.

Vier Menschen sterben bei Feuer in Pforzheim
Ein Feuer im Dachstuhl hat vier Männern in Pforzheim in der Nacht auf Dienstag das Leben gekostet. Die Bewohner des Wohnhauses waren wohl im Schlaf von den Flammen überrascht worden. Foto: dpa

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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