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Frankfurter Buchmesse

Heinrich Riethmüller: „Viele suchen nach Orientierung“

Die Verlagsbranche trifft sich in Frankfurt und ist optimistisch: 2019 steigt der Umsatz wieder.

16.10.2019

Von dpa/epd/kna

Frankfurt. Die deutsche Buchbranche gibt sich mit Blick auf die Marktlage optimistisch. „Die Stimmung ist gut“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse. „Verlagen und Buchhandlungen gelingt es, sich in der wachsenden Medienkonkurrenz zu behaupten.“ Das zeigt sich auch an den Zahlen: Für die ersten neun Monate 2019 verzeichnete der Buchmarkt ein Umsatzplus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

2018 musste die Branche noch ein Minus von 1,1 Prozent für die ersten drei Quartale hinnehmen. Besonders erfolgreich war in diesem Jahr bislang das Sachbuch (plus 9,6 Prozent). „Viele Menschen suchen nach Orientierung und verlässlicher Information, um die gesellschaftlichen Entwicklungen besser verstehen zu können“, sagte Riethmüller.

In den heutigen Zeiten sei sich die Branche ihres wichtigen gesellschaftlichen Auftrags bewusst. „Sie möchte Debatten zu den drängenden Fragen unserer Zeit anstoßen und mitgestalten: zu Globalisierung und Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz, Migration und zur Entwicklung unserer Demokratien.“

Keine Zensur in Polen

Die Frankfurter Buchmesse hat zum Auftakt die frisch gekürte Literaturnobelpreisträgerin für 2018, Olga Tokarczuk, präsentiert. Sie sieht ihr Heimatland an einem Scheideweg. „In Polen tobt im Moment eine Art Kulturkrieg“, sagte die 57-jährige Schriftstellerin.

Vom Ergebnis der Parlamentswahl, bei der die nationalkonservative Regierungspartei PiS erneut als Sieger hervorgegangen ist, sei sie „nicht besonders begeistert“, sagte Tokarczuk. Insbesondere beunruhigten sie deren Versuche, die Kontrolle über einige städtische Kultureinrichtungen wie Museen und Theater zu übernehmen.

Die Lage für Schriftsteller werde dadurch weniger verändert, meinte die Autorin, deren jüngstes Buch „Die Jacobsbücher“ gerade auf Deutsch erschienen ist. „Wir brauchen nur einen Computer oder sogar nur einen Bleistift, und die meisten Verlage sind in privater Hand.“ Eine Zensur für Schriftsteller gebe es nicht in Polen. Allerdings beobachte sie einen Hang zur Selbstzensur bei einigen ihrer Kollegen, die mit schwierigen Themen nicht anecken wollten. „Ich hoffe, dass das nicht weiter fortschreitet.“

Tokarczuk war von PiS-Anhängern und -Politikern wegen ihres Engagements für die Rechte von Homosexuellen und das Anprangern von Antisemitismus mehrfach kritisiert worden.

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Erstellt:
16. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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