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Viele leiden schon als Kind unter Pollen
Foto: Picture-Factory/fotolia.com
Medizin

Viele leiden schon als Kind unter Pollen

Die Allergie tritt vor allem im Alter von fünf bis 15 Jahren auf. Der Facharzt Michael Barczok empfiehlt die dreijährige Hypersensibilisierung.

14.03.2017
  • PIA REISER

Es geht wieder los: Niesen, juckende Nase, tränende Augen. Die Heuschnupfen-Saison ist eröffnet, gerade blühen Hasel und Erle. 13 Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds unter einer Pollen-Allergie, darunter fast jedes zehnte Kind. „Der Höhepunkt allergischer Erkrankungen liegt zwischen 5 und 15 Jahren“, sagt Michael Barczok, Allergologe und Lungenfacharzt vom Lungenzentrum Ulm.

Eltern können bei ihren Kindern den Unterschied zwischen einem normalen Schnupfen und Heuschnupfen nur schwer erkennen: „Da steht nicht Allergie drauf.“ Ein Hinweis auf eine Allergie kann sein, wenn Kinder oft an Infekten leiden oder sie zu einer Jahreszeit auftreten, in der die Erkältungssaison eigentlich vorbei ist. Auch der Blick in die Verwandtschaft kann laut Barczok Aufschluss geben, denn die Veranlagung zur Allergie ist vererbbar. Wenn der Vater oder die Oma an Heuschnupfen leiden, kann dies auch auf das Kind zutreffen.

Allerdings lässt sich durch die genetische Komponente nicht erklären, warum die Zahl der Heuschnupfen-Geplagten seit Jahrzehnten stark steigt. Zu dem Schluss kommt das Robert- Koch-Institut in seiner Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Vielmehr vermuten die Experten, dass es an veränderten Lebensbedingungen und Umweltfaktoren liegt, dass bei immer mehr Kindern die genetisch veranlagte Allergie tatsächlich ausbricht.

„Je sauberer die Umgebung, in der ein Kind aufwächst, desto höher ist die Allergie-Anfälligkeit“, sagt Barczok. Das Immunsystem lernt dann nicht, sich mit seiner natürlichen Umgebung auseinanderzusetzen, überreagiert und schon geht es los mit der Nieserei. Eltern, die sich in die Sauberkeit hineinsteigern und alles desinfizieren, tun ihren Kindern Barczoks Meinung nach nichts Gutes.

Wenn die Nase läuft und die Augen brennen, greifen viele zu Allergietabletten wie Cetirizin oder Lorano. Diese Antihistaminika behandeln die Allergie jedoch nicht langfristig, sondern lindern nur kurzfristig die Symptome. Barczok sieht darin eher einen Notbehelf. „Man sollte nicht den ganzen Sommer mit Tabletten rumlaufen.“ Außerdem könnten die Medikamente Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder verstärkten Appetit hervorrufen.

Stattdessen plädiert der Facharzt dafür, sich zu überlegen, was langfristig unternommen werden kann. Eine Möglichkeit ist die Hyposensibilisierung, bei der dem Patienten drei Jahre lang immer wieder eine kleine Dosis des Allergens verabreicht wird, entweder per Tablette oder Spritze. Dadurch gewöhnt sich das Immunsystem an das Allergen und überreagiert nicht mehr.

Eine Hyposensibilisierung ist auch mit Kindern machbar, sagt Barczok. Er empfiehlt die Behandlung mit Tabletten, die sie mehrere Monate lang jeden Morgen auf der Zunge zergehen lassen.

Eine andere Möglichkeit, eine Pollen-Allergie zu behandeln und einem allergischen Asthma vorzubeugen, sind Nasensprays mit einer niedrigen Dosierung von Cortison. „Man sollte es regelmäßig und vorbeugend nehmen, ähnlich wie die Pille“, sagt Barczok. Das Spray verhindert, dass im Körper zusätzliche Zellen gebildet werden, die auf die Allergene reagieren. Somit wird die Allergie nicht immer schlimmer und mit der Zeit sogar besser.

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14.03.2017, 06:00 Uhr
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