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Stuttgart 21

Viele Gerüchte, wenig Fakten

Berichte über Änderungen am geplanten Filderbahnhof verursachen einige Aufregung. Wie ernsthaft sind die Überlegungen?

18.11.2017
  • FABIAN ZIEHE

Stuttgart. Erst ein neues Gutachten zu Termin- und Kostenrisiken, nun soll sogar der Kompromiss um den Bau des Filderbahnhofs zur Disposition stehen: Seit der Lenkungskreis-Sitzung der S-21-Projektpartner Ende Oktober herrscht Aufregung. Und Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zeigte sich gegenüber dem SWR besorgt über die Baufortschritte am Flughafen. „Man müsste ja längst begonnen haben und hat doch noch nicht begonnen – kein Spatenstich und auch kein Spatenstichle, nichts passiert.“

Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet zudem, dass die Bahn intern überlegt, den Bahnhof auf den Fildern nicht wie geplant nahe den Terminals zu bauen. Denn ein oberirdischer Halt rund 700 Meter entfernt an der Schnellbahn- und Autobahntrasse wäre günstig. Die Ernsthaftigkeit dieser Überlegung, so die Zeitung, würde eine interne Präsentation der bahneigenen Projektgesellschaft Stuttgart–Ulm (PSU) belegen. Dies wolle die Bahn den Projektpartnern bei einem Treffen am 11. Dezember vorstellen.

Keine Baufortschritte plus Gedankenspiele über Umplanungen – was ist dran an der Geschichte? Was die Situation des Bauabschnitts im Flughafenbereich (Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1.3) angeht, ist die Lage klar: Infolge eines Kompromisses aller Projektbeteiligten 2015 soll dort die Variante „Drittes Gleis“ gebaut werden (siehe Info-Kasten).

Die Bahn splittete in der Folge den Abschnitt am Flughafen in einen PFA 1.3a und einen PFA 1.3b auf. Ersterer betrifft den Schnellbahnstrecken-Abschnitt entlang der A8. Dieser musste nicht neu planfestgestellt werden und könnte so Ende 2021 mit dem Gesamtprojekt fertig werden – sollte dieses Zielmarke überhaupt noch zu schaffen sein.

Klage läuft

Derzeit läuft eine Klage der Bürgerinitiative „Schutzgemeinschaft Filder“ gegen den Planfeststellungsbeschluss. Die Klage ist am Verwaltungsgerichtshof Mannheim anhängig. Sprecher Matthias Hettich geht nicht von einem Urteil in diesem Jahr aus. Die Bahn hat aktuell Baurecht. Der Konzern verzichtet aber auf Arbeiten in den aus ihrer Sicht von der Klage betroffenen Bereichen. Schließlich sei der Planfeststellungsbeschluss „nicht bestandskräftig“, so Projektsprecher Jörg Hamann. Allerdings verweist er darauf, dass in von der Klage nicht betroffenen Bereichen gebaut wird. Ob das Warten auf das Urteil vorgeschoben ist, um Bahnhofs-Umplanungen noch Raum zu lassen? Das wird gemunkelt, Belege dafür gibt es nicht.

Untätigkeit kann man dem Eisenbahnunternehmen im Zwillings-Abschnitt 1.3b nicht vorwerfen. Für den Flughafen-Tiefbahnhof und die Umbauten am S-Bahnhof läuft derzeit ein neues Planfeststellungs-Verfahren. Erst Ende 2018 oder im Verlauf von 2019 könnte Baurecht bestehen. Dort rechnet die Bahn mit einer Fertigstellung 2023.

Die These, die PSU denke über Umplanungen auf den Fildern nach, will Sprecher Hamann nicht kommentieren. Er verweist auf die Aussage von Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. „Grundlage für die Gespräche sind bestehende Verträge und Genehmigungen; sollte es je Änderungen bei der Anbindung des Flughafens geben, dann nur im Einvernehmen aller Projektpartner.“

Edgar Neumann, Sprecher des Landesverkehrsministeriums, sagt dazu: „Das Land wird keinen Plänen zustimmen, die das Projekt Flughafenbahnhof verzögern, verschlechtern oder verteuern.“

Zentrale Verkehrsdrehscheibe

Der Flughafen will vor dem Treffen mit der Bahn die Spekulationen nicht kommentieren. Die Maxime, so Sprecherin Beate Schleicher, laute: „Wir lehnen alles ab, was weitere Verzögerungen oder Mehrkosten bedeutet.“ Fakt sei, dass die neue Endhaltestelle der verlängerten Stadtbahnlinie U6 und das neue Messehotel von direkter Nachbarschaft zum Tiefbahnhof ausgehen.

Auch die Region Stuttgart, die für den S-Bahn-Betrieb zuständig ist, sieht vor dem Treffen keinen Grund, über Umplanungen zu spekulieren. Sprecherin Dorothee Lang betont, ein „zentraler Mehrwert“ von Stuttgart 21 sei, dass am Flughafen eine Verkehrsdrehscheibe entstehen soll. „Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es aus Sicht des Verbands Region Stuttgart keinen Anlass, über mögliche Entkoppelungen oder Alternativen zu spekulieren.“

Unbestritten ist, dass die Bahn in Kürze zum Gespräch über die Bauarbeiten am Flughafen einladen wird. Doch einen belastbaren Termin dafür gibt es noch nicht. Die Bahn widerspricht dem Datum 11. Dezember: Ein konkreter Tag für das Treffen stehe noch nicht fest. Was bleibt ist also auch hier Spekulation. Wie so oft in diesen Tagen.

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18.11.2017, 06:00 Uhr
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