Konjunktur

Viele Betriebe erwarten Durststrecke

Umfrage zeigt: Hälfte der Betriebe rechnet frühestens 2021 mit Normalität. Flaute auch im Handwerk.

29.06.2020

Von dpa

Sieht die Lage der Firmen mit Sorge: DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin. Industrie- und Handwerksbetriebe in Deutschland stellen sich trotz erster Lichtblicke in der Corona-Krise auf eine längere Durststrecke ein. Nach einer Umfrage des DIHK erwartet die Hälfte der Unternehmen frühestens im nächsten Jahr eine Rückkehr zur geschäftlichen Normalität. Nur etwa ein Drittel rechne damit bereits in diesem Jahr. Die nur allmähliche Erholung in der Wirtschaft wird aus Sicht von Volkswirten auch die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland weiter steigen lassen.

Eine DIHK-Befragung von 8000 Firmen ergab, dass 40 Prozent der Befragten erst 2021 mit einer Rückkehr zum normalen Geschäft rechnen, 10 Prozent sogar noch später. Im Mai war die Zahl der Pessimisten geringer gewesen. „Wir sehen deutlich: Viele Betriebe werden länger hart kämpfen müssen, um die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen“ sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. „Wir werden einen langen Atem brauchen, um am Ende gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen.“

Hilfen noch nicht angekommen

Noch immer könnten nicht alle Betriebe von den Lockerungen der Corona-Beschränkungen profitieren: 20 Prozent berichteten nach wie vor von einem kompletten oder weitreichenden Stillstand ihres Geschäfts. „Darunter sind Busunternehmen, Veranstalter von Messen, Konzerten oder Schausteller. Bei diesen Betrieben müssen die Hilfen aus dem Konjunkturpaket jetzt schnell ankommen“, forderte Wansleben.

Eine Befragung von mehr als 1500 Handwerksbetrieben im Juni ergab nach Angaben des ZDH, dass nach dem Ende des Lockdowns pandemiebedingte Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs zwar weiter nachgelassen hätten und „Tendenzen für eine Aufwärtsbewegung“ erkennbar seien. Allerdings meldeten Betriebe weiter hohe Umsatzeinbußen. Die Konsum- und Kaufzurückhaltung der Verbraucher sei auch bei Produkten und Dienstleistungen im Handwerk spürbar, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer.

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Erstellt:
29. Juni 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Juni 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2020, 06:00 Uhr

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