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Video: Das Kabarett Inflagranti wird 20 und feiert sich mit einem Jubiläumsprogramm

Die Republik feiert am Samstag nicht nur den 60. Geburtstag. Sie feiert auch 20 Jahre Kabarett Inflagranti. So selbstbewusst behaupten das jedenfalls die Macher und bitten zum Jubiläumswochenende.

20.05.2009

Tübingen. Schuld hat Helmut Kohl. Der Ex-Kanzler war gerade mal sieben Jahre im Amt und saß gern Probleme aus. Da verspürten die damaligen Tübinger Studierenden eine „Lähmung“ im Land. Bei Mathias Kotowski saß der Frust ziemlich tief. So entstand die Idee, ihn mit politischem Kabarett zu vertreiben.

Eine Kleinanzeige förderte weitere frustrierte Studierende zutage. Ende April 1989 hockten sie zusammen, brachten Texte mit. Am 23. Mai dann der erste Auftritt im Schlatterhaus. Inflagranti war geboren, feierte kritisch den 40. Geburtstag der Republik. Beim zweiten Auftritt war der Saal gerammelt voll. Ein paar Monate später fiel die Mauer. Zufall?

Die Dinge nahmen ihren Lauf. Inflagranti tourte zunächst durchs Ländle, später durchs ganze Land. Rundfunk- und Fernsehauftritte folgten, 1994 gab’s den baden-württembergischen Kleinkunstpreis.

Nun, nach 20 Jahren, elf Inflagranti-Programmen und vier Bundespräsidenten, hat sich viel geändert. Alle Inflagrantis haben anständige Berufe (Arzt, Unternehmensberater, Rechtsanwalt, PR-Redakteur), insgesamt elf Kinder und vier Eigenheime, leben in Tübingen, Rottenburg, Ammerbuch und Sachsen.

Den Mieterschutzverein haben sie begraben, ebenso alte Ideale. Stattdessen wird schon mal der Carport zentrales Thema. Womit klar ist: Auch Kabarettisten können sich selbst auf die Schippe nehmen. Vornehmlich natürlich andere: Protestantische Atheisten, liberale Marxisten, Polizisten und Christen – sicher vor dem Spott war und ist niemand.

Seitdem Kohl kein Kanzler mehr ist, Rot-Grün in Schwarz-Rot übergegangen ist, fehlt den Inflagrantis aber eine Reibungsfläche. Die Politik sei inhaltslos, Unterschiede zwischen den Parteien machen sie kaum noch aus. Bei der einen muss es weitergehen, die andere will nach vorne schauen. „SPD oder CDU – das ist doch egal“, sagt Kotowski.

Dennoch: Die Welt ist durch die Inflagrantis besser geworden, behauptet Christian Mickeler in Richling-Manier. Die Gruppe selbst ist es natürlich auch. Keine Frage. Denn die Diskussionen über das Programm seien quasi „Gruppentherapien mit einzeltherapeutischer Wirkung“, so Kotowski – statt zum Psychologen also zum Kabarett. Es herrsche ein rauer Umgangston, jeder müsse einstecken, dürfe aber auch austeilen. Christoph Noth: „Manchmal fliegen die Fetzen.“

Von der „Gründungsclique“ sind noch vier Leute dabei. Zwar ist in der Vergangenheit hin und wieder einer abgesprungen, doch nach einiger Zeit kehrte er – vielleicht sogar reumütig – zurück. Man braucht sich eben. Und das noch lange. Kotowski: „Ich rechne damit, dass wir Altenheime in 20 Jahren beglücken.“ Bis zur Rente wollen sie machen, die Gründung einer Kabarett-Dynastie sei in Vorbereitung.

Doch zunächst spielt Inflagranti am Freitag, 22. Mai, „Uschis Asche“ ab 20 Uhr im Erasmushaus. Ein komplett neu entworfenes Jubiläumsprogramm kommt am Samstag, 23. Mai, ebenfalls um 20 Uhr am gleichen Ort auf die Bühne. Die neue CD „Sortenrein“ bringen die Kabarettisten mit. Karten gibt es unter 07472 / 91 75 94 oder an mathias.kotowski@kabarett-inflagranti.de.

Video: Das Kabarett Inflagranti wird 20 und feiert sich mit einem Jubiläumsprogramm
Der Name Inflagranti war eigentlich ein Provisorium – wie das Grundgesetz. Von links nach rechts: Stephan Fuchs, Clemens Malecha, Gabriele Hoffmann, Christian Mickeler, Christoph Noth und Mathias Kotowski.

Kabarett Inflagranti wird 20

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Kabarett Inflagranti wird 20 --

03:54 min

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20.05.2009, 12:00 Uhr
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