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Katastrophe

Verzweiflung in Trümmern

Das schwere Erdbeben im iranisch-irakischen Grenzgebiet hat ganze Straßenzüge zerstört. Die Menschen sind geschockt.

14.11.2017
  • MARTIN GEHLEN

Teheran/Bagdad. Die ganze Nacht suchen Menschen in den Trümmern nach ihren Angehörigen, meist nur mit Taschenlampen und Handylichter in der Hand. Immer wieder müssen sie wegen Nachbeben pausieren. Geschockte Überlebende wärmen sich im Freien an Holzfeuern. Erst am Montagmorgen, nach Aufgang der Sonne, können Rettungskräfte mit Suchhunden und Räumgerät in die bergige Grenzregion von Iran und Irak vordringen, wo am Abend zuvor ein schweres Erdbeben Städte und Dörfer verwüstet hat. Die Zahlen der Getöteten und Verwundeten steigen unaufhörlich.

Gestern Abend hat das Innenministerium in Teheran von mehr als 380 Toten und 6000 Verletzten gesprochen. Nach Angaben des Iranischen Roten Halbmonds sind mindestens 70 000 Menschen obdachlos geworden. Viele Dörfer sind wegen Erdrutschen nicht erreichbar.

Auf irakischem Gebiet, weil geringer besiedelt, sind nach Angaben aus Bagdad acht Menschen gestorben, 530 wurden verletzt. Bewohner von Sulaimaniya und Erbil, den beiden größten Kurdenstädten im Nordirak, spürten die Erdstöße, aber es gab keine nennenswerten Schäden. Ähnliches berichteten schiitische Pilger in Najaf und Kerbala, die sich dort zum Aschurafest aufhalten.

Das Epizentrum der Erdstöße, dessen erster die Stärke 7,3 erreichte, lag auf iranischem Territorium und etwa 200 Kilometer von Bagdad entfernt. Fotos aus der Gegend, die vor allem von Kurden bewohnt ist, zeigten kollabierte Häuser, aufgerissene Fassaden und zerquetschte Autos.

Besonders betroffen sind nach Angaben des Roten Halbmonds die drei Grenzstädte Qasr e-Shirin, Eslamabad e-Gharb und Sarpol-e Zahab in der Provinz Kermanshah, in denen nach offiziellen Angaben zusammen 250 000 Menschen leben. Mehr als die Hälfte der iranischen Todesopfer stammt aus Sarpol-e Zahab.

Auf der Website Khabar Online waren ganze Straßenzüge mit schwer zerstörten Wohnblocks zu sehen – Bilder wie aus einem Krieg. Eine Frau saß weinend in den Trümmern. „Die ganze Stadt ist komplett vernichtet“, sagte einer der Bewohner, nach dessen Angaben weder Wasser, noch Strom, Gas oder Telefon funktionieren. Ein Parlamentsabgeordneter aus Sarpol-e Zahab berichtete der Nachrichtenagentur Ilna, er habe 15 Familienmitglieder verloren.

Die Türkei schickte ein Flugzeug mit Helfern, Decken, Heizkörpern und Zelten. Deutschland bot seine Unterstützung an. In Teheran versammelten sich die Menschen vor Krankenhäusern, um Blut zu spenden.

Der Iran liegt im Zentrum mehrerer tektonischer Verwerfungen und wird praktisch jeden Monat von Erdstößen erschüttert. 90 Prozent des Landes gelten als erdbebengefährdet.

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14.11.2017, 06:00 Uhr
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