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Medizin

Verwirrende Post von der Krankenkasse

Geld für Reha, Rollatoren und Prothesen soll eingespart werden. Die Patientenbeauftragte ist entsetzt.

25.06.2019

Von HAJO ZENKER/NBR

Kassenleistung oder nicht? Der Rollator. Foto: dpa

Berlin. Viele Krankenkassen versuchen, ihren Versicherten durch bewusst missverständlich formulierte Schreiben Leistungen vorzuenthalten. Das ist ein Ergebnis des „Monitor Patientenberatung 2018“. Und dies, obwohl das Bundesversicherungsamt die Kassen wegen dieser rechtswidrigen Praxis bereits ermahnt habe, sagte der Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), Thorben Krumwiede. Konkret versuchten die Kassen, wenn sie die Finanzierung einer Reha, eines Rollators oder einer Prothese abgelehnt hätten und der Versicherte Widerspruch eingelegt habe, den Patienten zu einer Rücknahme des Widerspruchs zu bewegen. Denn der führe häufig zum Erfolg für den Versicherten.

Stattdessen bekämen die Patienten Schreiben, „die bei den Empfängern den Eindruck der Erfolglosigkeit eines Widerspruchs erwecken“. Der eigentlich klar geregelte Rechtsweg werde „dadurch regelrecht konterkariert“. Fast 129 000 Patienten haben sich 2018 an die UPD gewandt, die von den Kassen finanziert wird und als gemeinnützige Gesellschaft Ratsuchenden kostenlos Unterstützung bietet – zumeist telefonisch. 14 000 davon, so Krumwiede, wurden zum Thema Widerspruch beraten. Das Problem ziehe sich durch alle Kassenarten.

Bereits 14 000 Beratungen

Für die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke, „geht das Kassenverhalten so nicht“. Versicherte müssten sich darauf verlassen können, „dass sie die ihnen zustehenden Leistungen auch erhalten“. Schmidtke plädierte dafür, transparent zu machen, wie hoch die Ablehnungsquoten bei den einzelnen Kassen sind. „Das kann man beim Wechsel der Krankenkasse dann berücksichtigen.“

Zumindest eine Kassenart kann dem schon etwas abgewinnen: Für Franz Knieps, Chef des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen, geht es darum, den „vielfach kritisierten Preiswettbewerb der Kassen zu überwinden“ und stattdessen „handfeste Leistungsindikatoren“ zu entwickeln, die aufzeigten, was eine Kasse tue und zahle. Hajo Zenker

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Erstellt:
25. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 06:00 Uhr

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