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„Verteidiger des Volkes“
Giuseppe Conte. Foto: afp/Vincenzo Pinto
Zur Person · Giuseppe Conte

„Verteidiger des Volkes“

Giuseppe Conte wirkt bemerkenswert staatstragend. Der 54-jährige Jurist aus Apulien, künftig italienischer Ministerpräsident, übte noch nie ein politisches Amt aus, bevor er von Staatspräsident Sergio Mattarella mit der Regierungsbildung beauftragt wurde.

25.05.2018
  • BETTINA GABBE

Rom. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt betont Conte sichtlich bewegt das Bewusstsein der Zugehörigkeit Italiens zu Europa. „Ich möchte der Verteidiger des italienischen Volkes sein“, fügt er hinzu. Gegen wen er die Italiener verteidigen möchte, ließ er offen.

Einerseits verspricht der zurückhaltend auftretende Professor den beiden Parteien, die ihn ins Amt heben möchten, – der rechtspopulistischen Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung – Treue zu ihrem Programm eines radikalen Wandels. Andererseits sendet er versöhnende Signale an die künftige Opposition und an die EU.

Der geschiedene Vater eines 10-jährigen Jungen ist Anwalt und Professor für Privatrecht an der Universität Florenz. In seinem Lebenslauf verweist er auf prestigeträchtige Studien weltweit. Doch weder in den Registern der New York University noch an der Pariser Sorbonne fanden sich Belege für angebliche Studien und Forschungen. Überdies tauchten Informationen über mutmaßliche Steuerschulden in Höhe von 50 000 Euro auf, die er mittlerweile beglichen haben soll.

Laut italienischer Verfassung gibt der Ministerpräsident die politische Linie der Regierung vor. Doch der parteilose Conte ist vor allem als ausführendes Organ für den Koalitionsvertrag vorgesehen. „Entschieden“ nennt der bei Kollegen und Studenten beliebte Professor sich selbst. Wer ihm über Whatsapp eine Nachricht zukommen lassen möchte, wird aufgefordert, sich vorzustellen, eine solche Nachricht koste zehn Euro: „Das wird Euch beim konzentrierten Denken helfen.“

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25.05.2018, 06:00 Uhr
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