Ulm

Messerattacke auf Tochter: Angeklagter schweigt vor Gericht

Wegen versuchten Mordes an seiner Tochter muss sich seit Montag ein 60 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Ulm verantworten.

22.02.2021

Von dpa/lsw

Eine Figur der Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild

Ulm. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im September vergangenen Jahres in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) mit einem Messer elf Mal auf seine damals 31 Jahre alte Tochter eingestochen und sie dabei lebensgefährlich verletzt zu haben. Der Anklage zufolge hatte der 60-Jährige seine Tochter für eine Ungläubige gehalten und sie für ihre aus seiner Sicht zu freizügige Lebenseinstellung bestrafen wollen.

Vor Gericht schwieg der 60-Jährige zu den Vorwürfen, auch zu seiner religiösen Gesinnung. Angaben zu seiner Staatsangehörigkeit und Lebenssituation wollte er nicht machen. Sein Anwalt schloss jedoch nicht aus, dass er zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Aussage bereit sei.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Tochter ihren Vater vor der Tat in dessen Wohnung in Allmendingen (Alb-Donau-Kreis) besucht. Weil er sie abends nach Hause begleiten wollte, sei der Angeklagte mit seiner Tochter mit dem Zug nach Ehingen gefahren. Dort soll es dann in einer Parkanlage in der Nähe des Bahnhofs zu dem Angriff gekommen sein. Demnach griff der Mann seine Tochter plötzlich von hinten an, hielt ihr den Mund zu und stach mit großer Kraft elf Mal auf sie ein.

Die 31-Jährige konnte den Angeklagten zur Seite stoßen und fliehen. Sie wurde im Krankenhaus behandelt und überlebte die Attacke. Die Anzahl und Intensität der Stiche legten nahe, dass er den Tod der Frau billigend in Kauf genommen habe, sagte der Staatsanwalt. Es sind vier weitere Verhandlungstage bis Ende März geplant.

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Erstellt:
22. Februar 2021, 06:08 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2021, 16:20 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2021, 16:20 Uhr

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