Verstrickungen

Jüngst kam Wolfgang Ischinger in einer Veranstaltung in der Uni wegen Störern nicht zu Wort.

19.05.2010

Das TAGBLATT hat Ischingers Forderung nach demokratischer Kultur, welche „den anderen zu Wort kommen lässt“, unkommentiert zitiert und dadurch den Protest gegen seinen Vortrag delegitimiert. Das „Sprachrohr“ des TAGBLATTs macht den Anschein, eine solche demokratische Kultur zu fördern. Meinungen können aber auch dadurch manipuliert werden, dass Argumentationsketten durch Auslassungen so unterbrochen werden, dass der ursprüngliche Sinn und die Stimmigkeit eines Leserbriefs nicht mehr ersichtlich sind. So wieder einmal geschehen in meinem Brief vom 26. April.

Ich wies darauf hin, dass gerade jene Organisation, die Ischinger repräsentiert, die Nato, die Entwicklung demokratischer Kultur im Westeuropa der Nachkri egszeit verhindert hat, indem sie gezielt linke Positionen schwächte – unter anderem durch die Ausübung von Terroranschlägen in Kooperation mit Rechtsextremen, für die dann Linke verantwortlich gemacht wurden. Es ist offenbar, „dass die Anti-Terror-Allianz selber in Terror verwickelt ist und darüber nicht sprechen möchte“, so der Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser.

Ich wies weiterhin auf die Verstrickungen von Henry Kissinger in diese Strukturen hin. Meine Frage „Wer ist so naiv, dem Eintreten solcher Leute für den Frieden Glauben zu schenken?“ wurde veröffentlicht – was aber unterschlagen wurde, war der Hinweis, durch den der Verweis auf Kissinger erst Sinn macht: Dass nämlich „Global Zero“ – das eigentliche Thema des Vortrags Ischingers! – von keinem anderen als Kissinger, zusammen mit Shultz, Perry und Nunn, die zudem alle drei, wie auch Ischinger, antidemokratisch agierende „Bilderberger“ sind, initiiert wurde!

Matthias Rude, Tübingen

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Erstellt:
19. Mai 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Mai 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2010, 12:00 Uhr

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