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Psychologie

Verständnis zeigen, trennen oder schweigen

Was drei Experten den zerstrittenen Parteifreunden raten.

03.07.2018
  • GRA/GWB/LIS

Berlin. Der Zoff zwischen Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel und dem Bundesinnenminister sowie CSU-Chef Horst Seehofer scheint unlösbar. Oder? Drei Experten suchen Wege aus der zerrütteten Polit-Ehe.

Das sagt der Politologe: „Das Verhältnis ist zerrüttet, und mir scheint, dass beide inzwischen auch nicht mehr willens sind, öffentlich einen anderen Eindruck zu erwecken“, urteilt der Berliner Politikwissenschaftler Thorsten Faas über die beiden Parteichefs. Dass daraus nochmal was wird, glaubt er nicht: „Definitive Aussagen sollte man in diesen Zeiten zwar vermeiden, aber dass beide sich im Amt halten, sprengt meine Vorstellungskraft.“ Der Krach zwischen CDU und CSU sei ausgebrochen, ohne dass Fakten einen Anlass dafür geboten hätten. „Vor allem in der Intensität und Schärfe.“ Wer am Ende als Sieger rauskommt, ist dem Politikexperten schleierhaft. „Ich fürchte vielmehr, dass es negative Folgen dafür hat, wie viele Menschen Politik und Politiker sehen – und damit letztlich für die Demokratie.“

Das rät die Paartherapeutin: „Zunächst müssten die Standpunkte präzise herausgearbeitet werden. Man muss in die Tiefe fragen und auf Verständnis gehen“, sagt Paartherapeutin Vera Matt. Dabei sei es wichtig, die positive Absicht offen zu legen. Diese Grundlagen könne man auch auf den Konflikt zwischen Seehofer und Merkel übertragen: „Die beiden wollen auch nicht grundlegend etwas anderes. Beide wollen gute Politik machen“, sagt Vera Matt.

In einer Paartherapie würde man sie deshalb vorerst ein Leitbild erarbeiten lassen, in dem sie festlegen, was gute Politik überhaupt bedeutet. „Legt erst den Kurs fest, bevor ihr losrudert.“

Das meint ein Hundetrainer: Mit Revierkämpfen kennt sich Justus Wilms bestens aus. „Wenn Hunde miteinander streiten – was sehr selten ist – dann geht es für gewöhnlich um Ressourcen“, sagt der zertifizierte Trainer von der Hundeschule Sitz-Platz-Fhain in Berlin. Dazu zählten Dinge wie zum Beispiel Essen oder Trinken. Und ja, das sei durchaus auch auf den Menschen übertragbar, meint der Experte.

Allerdings spielten hier auch sekundäre Bedürfnisse – wie das Streben nach Macht – eine Rolle. Unter Hunden kann man den Konflikt lösen, sagt Hundetrainer Wilms: „Entweder geht einer der beiden Hunde, oder der Grund für die Aggression wird entfernt.“

Auch die Streitparteien vorübergehend zu trennen und nur langsam wieder anzunähern, hilft. Dann ist es nach seinen Worten wichtig, positive Situationen zu schaffen in denen beide zusammenarbeiten. gra/gwb/lis

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03.07.2018, 06:00 Uhr
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