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Zerstörte Fenster rasch abdichten

Versicherungen begutachteten die Hagelschäden in Pfrondorf

Dachfenster, Haustüren und vieles mehr zerstörte der Hagel am Freitag an Dutzenden Häusern in Pfrondorf. Mitarbeiter der SV-Gebäudeversicherung machten sich gestern ein Bild von den Zerstörungen.

06.09.2011

Von Volker Rekittke

Pfrondorf. Die Tischtennisballgroßen Hagelkörner zerstörten am Freitagnachmittag Wintergärten, Dachfenster und -ziegel. Weil der Wind heftig pfiff, schlug der Hagel auch seitlich in Türen und Fenster, riss Löcher in Putz und Rollläden. Gestern machte sich Michael Kreh von der Tübinger Kreissparkasse/SV-Gebäudeversicherung in Pfrondorf ein Bild von den Verwüstungen. Etwa 40 Schadensmeldungen landeten bislang in seiner Abteilung. Nach ersten Schätzungen geht Kreh davon aus, dass die meisten Geschädigten einigermaßen glimpflich davon gekommen sind – er rechnet im Schnitt mit 3000 Euro pro Schadensfall.

Sein Rat an alle Inhaber einer Gebäudeversicherung: „Mit der Kamera jeden Schritt dokumentieren“ – also Fotos von der kaputten Scheibe machen, bevor der Glaser sie austauscht, dazu Zeit, Datum und mögliche Zeugen notieren. Das wichtigste sei allerdings: „Zerstörte Fenster oder Dächer so schnell wie möglich abdichten, um Folgeschäden durch Regen zu verhindern.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich mit dem Kostenvoranschlag des Handwerkers kurz bei der Versicherung oder der Sparkasse melden.

Viel zu tun hatten gestern auch Birgit Sobig und ihre Mitarbeiter/innen vom WGV-Servicebüro in Tübingen. Vor allem Autobesitzer meldeten sich bei ihr. „Wer eine Teil- oder Vollkaskoversicherung hat, bekommt die Hagelschäden bezahlt“, sagt Sobig. Weil es zu viele Fälle seien, werde die WGV in den nächsten Tagen einen zentralen Ort für alle Geschädigten bekannt geben, wo deren Autos begutachtet würden.

Wie kommt es überhaupt dazu, dass Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle oder noch größer werden? Das hänge mit der Stärke des Aufwinds in einer Gewitterwolke zusammen, erklärt Rudolf Blohm, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Stuttgart. In der Wolke herrschten Temperaturen von minus 30 bis minus 50 Grad. Je heftiger der Aufwind, desto länger würden die Hagelkörner in der Höhe gehalten und hätten Zeit zu wachsen. Werden sie zu schwer, fallen sie Richtung Erde – und werden von heftigeren Gewitterstürmen gern auch schräg nach unten gewirbelt.

Wie die Hagelwolke über Pfrondorf aufzog: Dieses Bild nahm Carmen Kirschner am Freitag kurz nach 17 Uhr auf. In der Wolke muss ein starker Aufwind geherrscht haben, der den Hagelkörnern in der Höhe Zeit zum Wachsen ließ.

Scherben und entlaubte Bäume in Pfrondorf: Heftiger Hagel: Schneeschippen im Spätsommer 02.09.2011

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Erstellt:
6. September 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
6. September 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. September 2011, 12:00 Uhr

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