Versicherungen: Diese Policen brauchen Sie unbedingt

Haftpflicht-, Kfz- oder Hausratversicherungen zählen für viele Deutsche zum Standard. Ob eine Versicherung nötig oder sinnvoll ist, hängt aber häufig von der aktuellen Lebenssituation ab. Lesen Sie hier, welche Policen empfehlenswert sind – und auf welche Versicherung Sie getrost verzichten können.

02.07.2020

Bild: Pixabay, 861325, Edar

In Deutschland Pflicht: Krankenversicherung

Privat oder doch lieber gesetzlich versichert? Bei der Art Ihrer Krankenkasse haben Sie unter Umständen die Wahl. Dass Sie eine Krankenversicherung abschließen, ist in Deutschland hingegen Pflicht.

Wichtig fürs Auto: Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherungen

Ähnlich strikt ist die Regelung für Autobesitzer bei einer Kfz-Haftpflicht-Versicherung. Wer sein Fahrzeug beim Verkehrsamt anmelden möchte, muss eine Versicherungsbestätigung vorlegen. Es reicht aus, wenn die Police Sachschäden an fremdem Eigentum, Personen- und Vermögensschäden abdeckt. Häufig ist es sinnvoll, die Kfz-Haftpflicht um eine Kaskoversicherung zu ergänzen. Diese übernimmt auch Kosten für Schäden an Ihrem Auto. Eine Teilkaskoversicherung greift beispielsweise bei Diebstahl oder Wildunfällen. Die Vollkasko kommt zusätzlich für selbstverschuldete Schäden auf. Welche Variante geeignet ist, hängt vom Wert und Alter des Fahrzeugs ab.

Haftpflicht: Für jeden ein Muss

„Eine Haftpflichtversicherung ist für jeden unverzichtbar“, stellt die Verbraucherzentrale klar. Der Grund: Verursachen Sie einen Schaden, sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, diesen zu ersetzen – unabhängig vom Ausmaß und Ihrer persönlichen finanziellen Situation. Das kann richtig teuer werden und in einigen Fällen sogar Existenzen bedrohen. Läuft beispielsweise die Waschmaschine aus und sorgt so in der Wohnung des Nachbarn für einen Wasserschaden, kann das kaum ein Mieter aus dem Stand zahlen. Eine Haftpflicht deckt diese Kosten in der Regel ab.

Empfehlenswert: Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Vor existenziell bedrohlichen Risiken soll auch die Berufsunfähigkeitsversicherung schützen. Erkranken Sie so schwer, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können, gleicht diese Versicherung einen Teil des ausgefallenen Verdienstes aus. Stiftung Warentest empfiehlt eine entsprechende Police jedem, der von seinem Arbeitseinkommen lebt. Erhalten Sie wegen Ihres hohen Risikos bei keinem Anbieter einen Vertrag, können Sie alternativ eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Familie absichern – mit der Risikolebensversicherung

Wer für andere sorgt, beispielsweise weil er Kinder hat, kann seine Lieben mit einer Risikolebensversicherung absichern. Im Falle seines Todes erhält die Familie des Versicherten eine in der Police festgehaltene Summe. So müssen die Hinterbliebenen zusätzlich zum Verlust eines geliebten Menschen nicht auch noch eine finanzielle Notlage verkraften. Die Risikolebensversicherung ist entsprechend besonders ratsam, wenn eine Familie stark vom Einkommen eines Elternteils oder Partners abhängig ist.

Für Eigenheimbesitzer: Die Wohngebäudeversicherung

Besitzer eines Eigenheims sollten eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Diese haftet für Schäden am Gebäude, die zum Beispiel durch Feuer, Vandalismus oder Unwetter entstanden sind. Je nach Region ist es ratsam, die Police um einen Elementarschutz zu erweitern, der auch Schäden durch Hochwasser oder Lawinen abdeckt. Wichtig: Die Wohngebäudeversicherung bezieht sich nur auf die Immobilie und seine Bestandteile, nicht aber auf die Einrichtung.

Hausrat: Versichert Ihr bewegliches Hab und Gut

Die Hausratversicherung bildet das Gegenstück zur Gebäudeversicherung: Mit ihr versichern Sie nicht die Immobilie, sondern die Gegenstände in Ihrem Zuhause – damit kann sie sowohl für Mieter als auch für Eigenheimbesitzer eine sinnvolle Ergänzung des Versicherungsportfolios sein. Der Schutz greift bei Schäden durch Feuer, Vandalismus, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Außerdem kommt die Versicherung für Verluste bei Einbruchdiebstahl auf.

Auf diese Versicherungen können Sie verzichten

Nicht jede Versicherung ist notwendig – beispielsweise, weil ihre Leistungen bereits von anderen Policen abgedeckt werden. Eine Insassenunfallversicherung für Ihr Auto können Sie sich aus diesem Grund nach Expertenmeinung ebenso sparen wie eine Reisegepäckversicherung. Ähnliches gilt für eine Krankenhaustagegeldversicherung. Außerdem überflüssig: eine Sterbegeldversicherung, die für eine Beerdigung des Versicherten aufkommt. Häufig sind die Policen so teuer, dass sich der Abschluss nicht lohnt. Wer für seine Beerdigung vorsorgen will, sollte das Geld lieber anderweitig sparen.

Wichtig: Eigenen Versicherungsschutz regelmäßig überprüfen

Welche Versicherung sinnvoll ist, kann sich im Laufe des Lebens verändern. Für Familien sind beispielsweise andere Policen notwendig als für Alleinstehende. Daher ist es ratsam, in regelmäßigen Abständen den eigenen Bedarf sowie die bereits abgeschlossenen Versicherungen zu überprüfen. Bei der Auswahl der Police helfen Dienstleister wie Tecis oder die Verbraucherzentralen. Eine Orientierung und Entscheidungshilfe können zusätzlich Testportale bieten.

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Erstellt:
2. Juli 2020, 09:22 Uhr
Aktualisiert:
2. Juli 2020, 09:22 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Juli 2020, 09:22 Uhr

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