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Kommentar · Schlecker

Versehen oder Betrug?

Die Forderung der Staatsanwaltschaft, Anton Schlecker für drei Jahre hinter Gitter zu stecken, steht auf unsicherem Boden.

21.11.2017
  • SIMONE DÜRMUTH

Ob die Vorwürfe gegen den Kaufmann strafrechtlich relevant sind, hängt allein davon ab, wann er wusste, dass sein Unternehmen auf die Zahlungsunfähigkeit zusteuert. Doch wer kann jetzt noch nachvollziehen, was Schlecker vor mehr als fünf Jahren gewusst hat?

Sollte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgen und Schlecker zu drei Jahren Gefängnis verurteilen, wäre das hart für den 73-Jährigen. Ja, er hat sein Unternehmen in die Pleite geführt. Ja, 25 000 Menschen haben ihre Arbeit verloren. Und ja, er war bestimmt kein einfacher Chef. Das ist moralisch vielleicht verwerflich, aber strafrechtlich relevant ist es nicht.

Wenn Richter Martis sein Urteil fällt, darf es darum nicht um den Niedergang der Drogeriekette an sich gehen. Denn Schlecker steht nicht für die Insolvenz als solche vor Gericht. Sondern für Zahlungen an seine Kinder und Enkel. Die sind nur dann strafrechtlich relevant, wenn er sie so dem Zugriff seiner Gläubiger entziehen wollte. Wer will das heute mit Sicherheit sagen?

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21.11.2017, 06:00 Uhr
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