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Kunst

Verschroben, besessen, verspielt

Vor Leonardo da Vincis 500. Todestag am 2. Mai gibt es zahlreiche Veranstaltungen und eine neue Biografie.

12.12.2018

Von Christoph Arens

Bonn. Universalgenie, Wunderkind, Inbegriff des Renaissance-Menschen: Leonardo da Vinci (1452–1519) zieht alle Bewunderung auf sich. Schon jetzt wirbt die Tourismusbranche mit seinem 500. Todestag am 2. Mai 2019. Toskana, Mailand und die Loire-Schlösser haben Reisen zu seinen Lebensstationen im Programm.

Es gibt Ausstellungen und Gedenkmünzen. Vom 1. Februar an werden 144 seiner berühmten Zeichnungen in zwölf gleichzeitig laufenden Ausstellungen in Großbritannien zu sehen sein. Sie beleuchten die verschiedenen Interessensgebiete des Universalgelehrten: Malerei, Skulptur, Architektur, Musik, Anatomie, Ingenieurskunst, Kartografie, Geologie und Botanik.

Auch Wissenschaftseinrichtungen bereiten sich auf ein Leonardo-Gedenken vor. Sie ehren damit das Allround-Genie, das vor einem halben Jahrtausend im französischen Schloss Clos an der Loire starb.

Über Generationen nahezu vergessen, ist Leonardo, der Schöpfer der „Mona Lisa“, seit dem 20. Jahrhundert zu einer wichtigen Identifikationsfigur für das wissenschaftliche Zeitalter geworden. Ein Hype.

Unvollendete Arbeiten

Schon jetzt gibt es neue Lebensbeschreibungen Leonardos auf dem deutschen Buchmarkt. Sie zeigen, wie groß die Wissenslücken über Leben und Werk noch sind. Vegetarier, Homosexueller, Linkshänder: Die Bücher zeichnen einen Künster, der neben seinen Meisterwerken „eine Spur unvollendeter und gescheiterter Projekte“ hinterließ, wie der US-Journalist, Historiker und heutige Präsident des Aspen-Instituts, Walter Isaacson, in seiner Biografie schreibt. Leonardo war „verschroben, besessen, verspielt und leicht abzulenken“, schreibt er. Seine Auftraggeber konnten sich auf eine termingerechte Fertigstellung der Kunstwerke keinesfalls verlassen.

Leonardo hätte sich unter den Hipstern von heute wohlgefühlt, meint der ehemalige CNN-Chef, der auch schon eine Biografie über Apple-Gründer Steve Jobs geschrieben hat. Er zieht zahlreiche – etwas bemüht wirkende – Parallelen zwischen den in so unterschiedlichen Zeiten lebenden Genies: die Kreativität etwa oder den Perfektionismus. Isaacson ist sich sicher, dass Leonardo trotz seiner unehelichen Geburt und seiner fehlenden Bildung keine Nachteile erlitten habe.

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Erstellt:
12. Dezember 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Dezember 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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