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Vermögen an der Börse wachsen schneller
Illustration: Getty Images/Ikon Images Foto: Bildquelle
Kapital

Vermögen an der Börse wachsen schneller

So viel Geld war noch nie auf dem Globus. Dazu tragen besonders die steigenden Aktienkurse bei. Der normale Sparer in Deutschland hat davon allerdings nur wenig.

28.09.2017
  • DPA

Frankfurt. Die Welt ist reich – und sie wird immer reicher. 169,2 Billionen EUR brutto nennen private Haushalte nach Berechnungen des Versicherers Allianz rund um den Globus ihr Eigen. Berücksichtigt werden dabei Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien. Fast die Hälfte (45 Prozent) konzentrierte sich Ende 2016 in Nordamerika.

Dank des Börsenbooms werden viele Menschen in der reichsten Region der Erde ohne eigenes Zutun immer wohlhabender. „In anderen Ländern lassen die Leute das Geld für sich arbeiten, in Deutschland müssen wir für das Geld arbeiten“, bilanzierte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise gestern bei der Vorstellung des „Global Wealth Reports 2017“.

Die Deutschen gelten als Sparweltmeister. Seit 2012 haben sie etwa 310 Mrd. EUR ihrer Arbeitseinkommen statt in Konsum in den Vermögensaufbau gesteckt. Doch weil sich viele Anleger trotz extrem niedriger Sparzinsen nicht an die Börse trauen, wachsen die Vermögen nicht so kräftig wie etwa in den USA, wo der Staat die Altersvorsorge über Aktien und Fonds steuerlich fördert.

Obwohl die großen Zentralbanken der Welt den Zins quasi abgeschafft haben und Sparbuch, Tagesgeld und Co. deshalb kaum noch Rendite abwerfen, landen dort im Schnitt zwei Drittel der Gelder, die neu angelegt werden – und das nicht nur bei den börsenscheuen Deutschen.

Nach DZ-Bank-Berechnungen kostete die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Sparer in Deutschland zwischen 2010 bis 2016 Zinseinnahmen von 344 Mrd. EUR. Selbst wenn man die Ersparnis abzieht, die sich durch günstigere Kredite ergibt, bleiben einschließlich 2018 rund 248 Mrd. EUR Einbußen – macht 3024 EUR je Bundesbürger.

„Einen erheblichen Teil der Rechnung für die expansive Geldpolitik zahlen die deutschen Sparer“, konstatiert DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier. „Es kommt de facto zu einer Umverteilung vom Sparer zum Staat. Was den Sparern an Zinszahlungen entgeht, sparen die Staaten bei der Refinanzierung ein.“

Aktien sind für die Masse der Deutschen nach eigenem Bekunden keine Alternative. Nicht einmal jeder Zweite (42 Prozent) hält es für sinnvoll, wenigstens einen kleinen Teil des Ersparten an der Börse anzulegen. Steigende Aktienkurse locken demnach nur jeden Vierten (26 Prozent).

Trotz allem: In der Summe sind die Deutschen so reich wie nie. Laut Bundesbank stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im ersten Quartal 2018 auf den Rekordwert von rund 5676 Mrd. EUR.

Im weltweiten Vergleich der Länder mit den reichsten Privathaushalten jedoch landet Deutschland nur im Mittelfeld. Das erklären die Allianz-Experten vor allem mit zwei Faktoren: Wegen der Teilung des Landes sei „knapp ein Fünftel der Bevölkerung jahrzehntelang der Möglichkeit beraubt“ worden, privates Vermögen aufzubauen. Die Geldvermögen in Ostdeutschland sind immer noch nur halb so hoch wie im Westen. Zudem galt die gesetzliche Rente in Deutschland lange als sicher – privat fürs Alter vorzusorgen, schien obsolet.

Zum Club der Reichen gehören in Deutschland allerdings immer mehr Menschen. Die Zahl der Dollar-Millionäre stieg im vergangenen Jahr um rund 7 Prozent auf 1,28 Millionen. dpa

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28.09.2017, 06:00 Uhr
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