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Bahn macht Milliardenminus

Verluste durch Streiks und Gütersparte - Konzernchef plant Umbau

Vorstandschef Rüdiger Grube plant einen tiefgreifenden Umbau der Bahn. Details sickern jetzt schon durch. Und Zahlen über hohe Verluste.

03.12.2015
  • DPA

Berlin. Die Deutsche Bahn rutscht nach zwölf profitablen Jahren wieder tief in die roten Zahlen. Kosten für den Konzernumbau, Probleme der Gütersparte, Streiks und Unwetterschäden drücken den Bundeskonzern mit mehr als einer Milliarde Euro ins Minus, wie aus Aufsichtsratskreisen verlautete.

Unterdessen nimmt der tiefgreifendste Umbau des Konzerns seit mehr als zwei Jahrzehnten Formen an. „Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat am 16. Dezember ein mehrjähriges Programm für mehr Qualität, mehr Kunden und mehr Erfolg vorlegen“, sagte ein Sprecher.

Schon im Juli hatte der Konzern seine Jahresprognose nach unten korrigiert, damals aber unterm Strich noch wie im Vorjahr einen Gewinn von einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Laut Aufsichtsratskreisen droht nun trotz eines Rekordumsatzes von etwa 40,6 Milliarden Euro ein Verlust.

Vom voraussichtlichen Vorsteuergewinn von 1,75 Milliarden Euro gehen demnach 700 Millionen Euro für Konzernumbaukosten ab, weitere 1,3 Milliarden Euro für Abschreibungen im Güterverkehr.

Der Aufsichtsrat wird am 16. Dezember über das Programm „Zukunft Bahn“ entscheiden, mit dem Konzernchef Rüdiger Grube das Unternehmen wieder profitabel machen will. Demnach sollen in den nächsten fünf Jahren 20 Milliarden Euro in die Qualität des Angebots investiert werden, etwa in bessere Informationssysteme an Bahnsteigen und ein Frühwarnsystem für drohende Weichenstörungen. Die Pünktlichkeit soll steigen, der Service besser werden.

Zu einer besseren Pünktlichkeit soll auch die Software Rail Control System der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) beitragen, die nach eigenen Angaben das am dichtesten befahrene Zugnetz der Welt betreibt. Es soll von 2019 an auch die Züge auf dem Netz der DB Netz AG disponieren.

Grube will zudem Doppelstrukturen im Konzern schleifen, rund 5000 Mitarbeiter aus der Zentrale in eine Servicetochter verschieben, eine Teilprivatisierung der verlustreichen Gütersparte DB Schenker und der profitablen europäischen Bustochter Arriva ermöglichen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder wurde schon von acht auf sechs verringert. Einen Stellenabbau hat Grube nicht ausgeschlossen.

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03.12.2015, 07:00 Uhr
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