Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Kommentar zu Erdogans Wirtschaftspolitik

Verkehrte Richtung

Der türkische Staatspräsident Erdogan fährt seinen autokratischen Kurs nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch unbeirrt weiter.

16.05.2018

Von Helmut Schneider

Ulm. Seine Ankündigung, die türkische Notenbank bald unter seine Fittiche bringen zu wollen, mag für den Laien wenig dramatisch klingen. Aus geld- und damit wirtschaftspolitischer Sicht ist das Ganze nichts weniger als ein Sündenfall ersten Ranges.

Die Unabhängigkeit einer Notenbank zählt zu den zentralen Fundamenten einer Volkswirtschaft. Warum? Weil eine Notenbank nicht nur die Zinsen festlegt, sondern gewissermaßen Geld drucken kann. Wenn sie dabei unter der Fuchtel der Politik steht, nimmt das gut ausbalancierte Gefüge wirtschaftlicher Gewaltenteilung Schaden.

Es gibt ausreichend historische Erfahrung, dass dies über kurz oder lang nicht gut gehen kann. Eine Zentralbank, die zur Erfüllungsgehilfin der Politik degradiert ist, entscheidet nicht danach, was wirtschaftlich sinnvoll ist. Sie muss machen, was der politischen Führung dient. Beides ist nicht identisch.

Kein Wunder, dass Erdogans Politik an den Finanzmärkten für Verunsicherung sorgt. Die türkische Lira hat weiter an Wert verloren, die Inflation ist mittlerweile bei rund zehn Prozent angelangt. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen: Erdogan führt sein Land auch wirtschaftlich in die verkehrte Richtung.

Zum Artikel

Erstellt:
16. Mai 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Mai 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Aus diesem Ressort
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+