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Verfassungsschützer fordert mehr Netzwerk-Arbeit gegen Radikalisierung
Der Islamismus-Experte Benno Köpfer ist Analytiker beim Verfassungsschutz. dpa
Kommunen zu spät beteiligt

Verfassungsschützer fordert mehr Netzwerk-Arbeit gegen Radikalisierung

Was kann ein Land gegen islamistische Einzeltäter tun? Der Verfassungsschutz analysiert das Verhalten genau, ist aber auch auf Hilfe angewiesen.

08.08.2016
  • DPA

Stuttgart. Eine Radikalisierung von Jugendlichen hin zum Islamismus bleibt nach Ansicht von Experten nicht immer im Verborgenen. „Es gibt nicht ,das' Kennzeichen für die Radikalisierung einer Person. Verschiedene Auffälligkeiten können auf eine Radikalisierung hindeuten, wenn sie zeitgleich auftreten“, sagte der Islamwissenschaftler beim Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) in Stuttgart, Benno Köpfer. Köpfer arbeitet als wissenschaftlicher Analyst mit an der Bekämpfung islamistischen Terrors.

Zu den Kennzeichen zählen laut Köpfer eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes wie etwa des Kleidungsstils hin zu traditioneller Tracht, Beschäftigung mit islamistischen Inhalten, Teilnahme an Veranstaltungen salafistischer Prediger oder regelmäßiger Besuch einschlägiger Moscheen. Am 18. Juli hatte ein 17-jähriger mutmaßlich islamistischer Flüchtling in einem Regionalzug bei Würzburg mehrere Menschen mit einer Axt und einem Messer schwer verletzt.

Köpfer sagte, auch die Behauptung, der Islam sei die einzig wahre, legitime, und vor allem in jeder Hinsicht überlegene Religion, müsse aufhorchen lassen. Je stärker Veränderungen erkennbar seien, desto mehr sollten sie Anlass zu Aufmerksamkeit geben. „Dies gilt für alle, ob Flüchtling im Asylbewerberheim oder einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling, der betreut wird“, betonte Köpfer.

Es ist aktueller denn je: Wenn Menschen befürchten, jemanden zu kennen, der sich islamistisch radikalisieren könnte oder diesen Schritt bereits hinter sich hat, gibt es Info- und Hinweistelefone bei Polizei, Verfassungsschutz oder Landesregierung. So gibt es das im Dezember 2015 aus der Taufe gehobene Kompetenzzentrum zur Koordinierung des Präventionsnetzwerks gegen (islamistischen) Extremismus in Baden-Württemberg (KPEBW).

Polizei und Flüchtlingsheime sind laut Köpfer sensibilisiert. „Lieber einmal mehr anrufen, als zu wenig“, sagte er. Das LfV hat sogar eine Broschüre für Betreiber von Flüchtlingsunterkünften entwickelt mit fiktiven Beispielen für Missionierung und Radikalisierung unter Flüchtlingen. „Die Broschüre soll in die Lage versetzen, Extremisten unter den eingereisten Personen oder dem Personal in Flüchtlingsunterkünften zu identifizieren.“

Der Islamexperte betonte, wie wichtig es sei, dass in den verschiedenen Netzwerken auch die Kommunen mitwirkten. Sie seien zu spät ins Boot geholt worden, obwohl sie am nächsten an den Menschen dran seien.

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08.08.2016, 06:00 Uhr
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