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Tarifkonflikt

Verdi kündigt Warnstreiks und Aktionen an

Der Gewerkschaft fehlt ein Angebot der Arbeitgeber in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder. Am Dienstag gibt es um 12 Uhr eine Kundgebung vor der Uni in Tübingen.

02.02.2017
  • Stephan Gokeler

Positiv sei der Eindruck bei der ersten Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag für Landesbedienstete im öffentlichen Dienst gewesen, berichtete Verdi-Bezirksgeschäftsführer Benjamin Stein am Mittwoch beim Pressegespräch, zu dem der Verdi-Bezirk Fils-Neckar-Alb nach Reutlingen geladen hatte. Die Arbeitgeber, angeführt vom niedersächsischen Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, hätten Interesse an einer schnellen Einigung signalisiert. Inzwischen ist jedoch auf Gewerkschaftsseite Ernüchterung eingekehrt, denn auch zur zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam Anfang dieser Woche legten die Arbeitgeber kein Angebot auf den Tisch.

Klar sind hingegen die Forderungen von Verdi. Die Dienstleistungsgewerkschaft verhandelt auch im Namen der Gewerkschaft der Polizei, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und verlangt für die Landesbediensteten sechs Prozent mehr Geld, eine Übernahmegarantie für Auszubildende, den Ausschluss von grundlos befristeten Arbeitsverträgen und eine Angleichung der Gehälter insbesondere im Pflegebereich und für Erzieherinnen an die besseren Tarife und Tabellen der Kommunen. Außerdem werde eine Sozialkomponente für
niedrige Einkommensgruppen sowie eine Übernahme des
Verhandlungsergebnisses für
die Beamten angestrebt, sagte Gewerkschaftssekretärin Özge Aygün.

„Beim Berufseinstieg verdient eine Pflegefachkraft in der BG-Unfallklinik bis zu 220 Euro weniger als ihre Kollegin in der benachbarten Uniklinik, obwohl sie die gleiche Arbeit tun“, schilderte Yvonne Baumann, zuständige Gewerkschaftssekretärin für Gesundheit und Soziale Dienste, die Auswirkungen der verschiedenen Tarifverträge. Ähnlich sei die Differenz bei der Bezahlung von Erzieherinnen, weswegen die Kitas des Studierendenwerks ständig dringend benötigte Mitarbeiterinnen an kommunale Einrichtungen verlören. Überhaupt als eigene Berufsgruppe ins Tarifwerk der Länder aufgenommen werden möchten die angestellten Psychotherapeuten, die zwar in ihrer Arbeit, nicht aber bei der Bezahlung einem Facharzt gleichgestellt sind.

Besonders an den Universitäten seien „Kettenbefristungen“ ohne sachlichen Grund an der Tagesordnung, schilderte die Personalratsvorsitzende der Uni Tübingen, Margrit Paal. Auf 90 Prozent schätzt sie den Anteil der befristeten Arbeitsverträge im Bereich der wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Tübinger Universität – Tendenz sogar noch steigend. Die Betroffenen lebten in ständiger Unsicherheit.

„Wir müssen die Kolleginnen und Kollegen jetzt auf die Straße rufen“, folgert Benjamin Stein. An deren Aktionsbereitschaft hegt er keinen Zweifel: „Noch nie haben so viele sich in den ehrenamtlichen Vorbereitungskreisen beteiligt wie diesmal“, sagt er. Weil man vor Ort sichtbar sein wolle, habe man sich im Verdi-Bezirk gegen eine zentrale Kundgebung in Stuttgart entschieden. Stattdessen ruft man für den 7. Februar alle Beschäftigtengruppen zu Warnstreiks und Aktionen auf.

In Tübingen wird es am kommenden Dienstag um 12.00 Uhr eine gemeinsame Kundgebung auf dem Geschwister-Scholl-Platz vor der Neuen Aula geben. Abordnungen von Beschäftigten der Uni, der Hochschule Reutlingen, des Studierendenwerks, des Regierungspräsidiums, der BG-Klinik und eine Solidaritätsgruppe des UKT haben sich angekündigt.

In der darauffolgenden Woche werde man eventuell mit längeren Ausständen nachlegen, kündigte Stein an. Am 17. Und 18. Februar findet die nächste Verhandlungsrunde in Potsdam statt, auf der man einen Abschluss erreichen wolle.

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02.02.2017, 01:00 Uhr
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