Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
„Verdi handelt                    grob fahrlässig“
An der Königstraße wird es am 2. Oktober keinen verkaufsoffenen Sonntag geben. Foto: Ferdinando Iannone
City-Managerin verteidigt Verkaufssonntag

„Verdi handelt grob fahrlässig“

Bei der City-Initiative Stuttgart ist der Ärger über Verdi groß. Die Gewerkschaft hatte den Verkaufssonntag am 2. Oktober in der Innenstadt gestoppt.

24.08.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Man kann es getrost so sagen: Stuttgarts City-Managerin Bettina Fuchs hat einen Hals. Bei einer kurzfristig für Dienstag anberaumten Pressekonferenz redete sich die Chefin der City-Initiative Stuttgart (CIS) am Dienstag in Rage. Tags zuvor hatte sie den für 2. Oktober geplanten verkaufsoffenen Sonntag in Stuttgart-Mitte zähneknirschend absagen müssen, nachdem die Gewerkschaft Verdi dagegen protestiert hatte. Und zwar zu einem Zeitpunkt, den Fuchs als „mehr als unglücklich bezeichnet“. Die Allgemeinverfügung der Stadt über verkaufsoffene Sonntage sei im November erlassen worden, doch Verdi habe erst Anfang August, als die Planungen bereits angelaufen seien, Widerspruch dagegen eingelegt. Fuchs: „Warum hat man neun Monate verstreichen lassen?“ Verdi rechtfertigt das damit, dass man auf die Rückmeldungen von Mitgliedern reagiert habe.

Den durch die kurzfristige Absage entstandenen Schaden bezifferte die City-Managerin auf eine „dicke, sechsstellige Summe, wenn ich alles zusammenrechne“. Das Handeln Verdis nannte sie daher gestern „grob fahrlässig“. Es beschädige den Einzelhandel massiv. „Zahlreiche Kunden werden an diesem Sonntag vor verschlossenen Türen stehen“, so Fuchs. Die City-Managerin spekulierte dabei sicher auch auf Touristen, die übers lange Wasen-Wochenende nach Stuttgart kommen. Es sollte der erste verkaufsoffene Sonntag in der City seit zehn Jahren sein.

Zur Absage sah sich Fuchs gezwungen, nachdem sie am Freitag ein Schreiben von der Stadt erhalten hatte. Darin hatte das Rathaus darüber informiert, dass man sich mit Verdi nicht habe einigen können. Die Gewerkschaft sei nicht bereit gewesen, im „laufenden Veranstaltungsjahr einen Vertrauensschutz“ anzuerkennen. Der Widerspruch habe damit aufschiebende Wirkung, und zwar für alle rund 19 heuer noch geplanten verkaufsoffenen Sonntage im Stuttgarter Stadtgebiet, weil Verdi gegen die Allgemeinverfügung als Ganzes Widerspruch eingelegt hat.

Das sei formal notwendig gewesen, erklärte Gewerkschaftssekretärin Christina Frank. Man habe der Stadt nun aber den Vorschlag gemacht, sie könne bei vorher abgestimmten Veranstaltungen den Sofortvollzug anordnen und die Gewerkschaft werde nicht rechtlich dagegen vorgehen. „So bestünde Rechtssicherheit“, sagte Frank. Das gilt freilich nicht für den nun abgesagten Verkaufstag am 2. Oktober. Dieser sei rechtswidrig, so Frank. Und das wisse Bettina Fuchs auch.

Die Gewerkschaft argumentiert mit Kriterien zu Ladenöffnungen an Sonntagen des Bundesverwaltungsgerichts vom Herbst 2015. Demnach muss der Anlass mehr Menschen locken als die Ladenöffnung selbst. Mit Blick darauf wirft Verdi der CIS vor, extra eine Veranstaltung erfunden zu haben, um den Verkaufssonntag durchziehen zu können. Die Initiative hatte ein Event unter dem Motto „Goldener Oktober“ angekündigt. Fuchs hielt dagegen: „Es muss doch möglich sein, ein neues Event ins Leben zu rufen.“

„Heute reicht es nicht mehr, die Ladentüren zu öffnen. Man muss den Leuten was bieten“, so Fuchs. Verkaufsoffene Sonntage seien notwendig, um sich im Wettbewerb mit anderen Städten und dem Internethandel zu behaupten. Dem Argument Verdis, die Verkäufer litten unter der Extra-Arbeit, setzte Fuchs entgegen, dass Verkaufssonntage lange geplant seien, niemand gezwungen werde und Zuschläge winkten. „Es ist nur ein Sonntag im Jahr.“

Eine Häufung von verkaufsoffenen Sonntagen im gesamten Stadtgebiet sieht Fuchs ebenfalls nicht. Die Zahl von 33 in den 23 Stadtbezirken liege im Schnitt der Vorjahre. Die angrenzenden Landkreise wiesen ähnliche Zahlen auf. Im Kreis Göppingen etwa sind es heuer 22, im Kreis Esslingen 31. Dass der Sonntag geschützt werden müsse, sehe sie. Da müsse man aber eine bundeseinheitliche Regelung finden.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular