Stuttgart

Verband sieht Handel im Südwesten in dramatischer Situation

Ein großer Teil der Einzelhändler im Südwesten fürchtet wegen des anhaltenden Corona-Lockdowns um die Zukunft und fordert mehr und besser auf die Branche zugeschnittene Hilfe.

13.01.2021

Von dpa/lsw

Hermann Hutter, der Präsident des Handelsverbandes Baden-Württemberg. Foto: picture alliance / Wolf Dewitz/dpa/Archiv

Stuttgart. „Die Situation im Handel ist äußerst dramatisch“, sagte der Präsident des Handelsverbandes Baden-Württemberg, Hermann Hutter, am Mittwoch. Mehr als die Hälfte der Händler sehe einer Umfrage zufolge spätestens in der zweiten Jahreshälfte ihre unternehmerische Existenz in Gefahr. Und mehr als 80 Prozent reichten die aktuellen Hilfsmaßnahmen zur Sicherung der Existenz nicht aus. „Der Einzelhandel bringt ein Sonderopfer“, sagte Hutter. Und dabei werde er mit der sogenannten Überbrückungshilfe III des Bundes sehr schlecht unterstützt.

„Die Überbrückungshilfe III ist kompliziert, sie ist ungerecht und viel zu langsam“, kritisierte der Ravensburger Mode- und Sportartikelhändler Roland Reischmann, der gemeinsam mit anderen Betroffenen die Initiative „Handel steht zusammen“ ins Leben gerufen hat. Das Bündnis kritisiert unter anderem die Kriterien, nach denen die Hilfe gewährt wird, und hat ein Forderungspapier mit einem eigenen Konzept verfasst. Das wird auch vom Handelsverband unterstützt.

Zu den Forderungen zählen neben anderen Berechnungsgrundlagen auch eine stufenlose Staffelung der Hilfen sowie eine Abschaffung der Umsatz-Obergrenze und eine Entschädigung für die Kosten der angeschafften, aber nun nicht mehr brauchbaren Saisonware. „Wir reden nicht von Gewinnen, wir reden nur von Verlustausgleich“, sagte Reischmann. Der sei am Ende aber immer noch niedriger als die Folgekosten für die Gesellschaft durch eine Pleitewelle im Handel.

Gerade kleinere Geschäfte verschwänden oft lautlos und von heute auf morgen von der Bildfläche, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, Sabine Hagmann. Von größeren Insolvenzen im Südwesten sei bislang nichts bekannt. In den kommenden Monaten müsse man aber mit „Insolvenzen in Massen“ rechnen.

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Erstellt:
13. Januar 2021, 13:09 Uhr
Aktualisiert:
13. Januar 2021, 13:09 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2021, 13:09 Uhr

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