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Verband kritisiert Fahrverbote
Häusle bauen statt Shopping? Der Handelsverband klagt über Einbußen. Foto: dpa
Einzelhandel

Verband kritisiert Fahrverbote

Der Südwesten startet schwach ins erste Halbjahr. Die Prognosen fallen verhalten aus.

20.03.2017
  • ANNE LAASS

Stuttgart. Hermann Hutter, Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg, sieht die Vielfalt des Einzelhandels in Gefahr. Ein Grund dafür sei auch das geplante Fahrverbot für Innenstädte – „eine Katastrophe“, wie der stellvertretende Präsident Sven Maier sagt. Mitarbeiter und Kunden sollten problemlos in die Innenstädte gelangen. Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann warf ein, dass der Handel bereits unter der Feinstaubbelastung leide. Touristen würden Stuttgart meiden, da sie mit einer Luftverschmutzung wie in Peking oder Mexiko Stadt rechnen. Zwar sei der Verband für saubere Luft, fordere aber einen Plan, „der die Wirtschaft in ausreichendem Maße berücksichtigt“. Um das umzusetzen, schlägt der Handelsverband unter anderem den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, der E-Mobilität und ein intelligentes Parkleitsystem vor.

Der Handel ist mit 490 000 Arbeitnehmern und einem Umsatz von rund 90 Mrd. EUR der drittgrößte Wirtschaftszweig des Landes. Im Südwesten beendete er das Jahr 2016 mit einem Umsatzzuwachs von 1 Prozent, und liegt damit deutlich unter dem gesamtdeutschen Ergebnis von 2,7 Prozent. Als möglichen Grund nennt Hutter das schlechte Weihnachtsgeschäft, Außerdem werde wegen der günstigen Kreditlage eher ins eigene Häusle investiert wurde als geshoppt. 2017 startet mit einem Plus von 0,9 Prozent im Südwesten, im Bund mit 4,5 Prozent. Eine Umfrage des Handelsverbandes zeigt, dass viele Unternehmen „vorsichtig optimistisch“ auf das laufende erste Halbjahr sehen. Allerdings rechnen rund 29,4 Prozent mit einem Minus. Mit Verweis auf die schwache Lage des Einzelhandels hält Hagmann die Gewerkschaftsforderung nach 6 Prozent mehr Geld für überzogen. Die Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg starten am 4. April.

Zu den Top-Themen 2017 gehören der Wettbewerbsdruck, E-Business und der Attraktivitätsverlust der Innenstädte. Der Handelsverband fordert bis zu drei verkaufsoffene Sonntage pro Jahr, um dem entgegenzuwirken. Hagmann macht deutlich, dass auch in anderen Branchen sonntags gearbeitet würde. Anne Laaß

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20.03.2017, 06:00 Uhr
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