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USA

Verbalschlacht mit Ruhani

Donald Trump kontert Drohungen aus dem Iran mit einer wütenden Twitter-Botschaft in Großbuchstaben.

24.07.2018
  • VALETIN BÜNSOW

Eskalation im Streit zwischen den USA und dem Iran: US-Präsident Donald Trump hat den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani eindringlich gewarnt, „niemals wieder die USA“ zu bedrohen, sonst werde dies härteste Konsequenzen zur Folge haben. Die USA seien nicht länger ein Land, das „Ihre verrückten Worte der Gewalt und des Todes“ hinnehmen würde, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter an Ruhani gerichtet. „Passen Sie auf“, fügte der US-Präsident hinzu, der den gesamten Tweet in Großbuchstaben verfasste. Ansonsten werde der iranische Präsident „Konsequenzen zu spüren bekommen, die nur wenige in der Geschichte jemals zu spüren bekommen haben“.

Trumps Botschaft folgte auf eine vorhergehende Drohung des iranischen Staatschefs. Ruhani hatte am Sonntag in einer im Fernsehen übertragenen Rede gesagt: „Der Frieden mit dem Iran wäre die Mutter allen Friedens, und Krieg mit dem Iran wäre die Mutter aller Schlachten.“ Er warnte, die USA sollten nicht mit dem Feuer spielen, dies könnten sie „für immer bereuen“.

Trump war im Mai trotz weltweiter Kritik aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgetreten, das Teheran daran hindern soll, die Fähigkeiten zur Herstellung von Atomwaffen zu erlangen. Der US-Präsident verhängte zugleich neue Finanz- und Handelssanktionen, die auch europäische Firmen zu treffen drohen. Ruhani, dessen bisher größter politischer Erfolg der Atom-Deal war, hat seitdem seine Rhetorik gegenüber den USA verschärft.

Lob von Netanjahu

Trump bekam Unterstützung aus Israel. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte die von „Trump und Außenminister (Mike) Pompeo ausgedrückte harte Haltung gegenüber der Aggression des iranischen Regimes“. Der rechtskonservative Politiker dringt seit langem auf ein schärferes Vorgehen gegen Teheran.Pompeo hatte in einer Rede in Kalifornien am Sonntag Sanktionen gegen iranische Beamte „auf höchster Ebene“ thematisiert. „Regime-Führer, insbesondere an der Spitze der Revolutionsgarden und der Kuds-Truppen, müssen die schmerzhaften Konsequenzen ihrer schlechten Entscheidungen zu spüren bekommen“, sagte der US-Außenminister.

Der Iran zeigte sich von Trumps Drohungen wenig beeindruckt. Ein iranischer General tat die Äußerungen des US-Präsidenten als „psychologische Kriegsführung“ ab. Trump sei „nicht in einer Position, gegen den Iran vorzugehen“, sagte der Kommandeur der Bassidsch-Miliz, General Gholam Hossein Gheipur, laut der Nachrichtenagentur Isna.

Das Auswärtige Amt in Berlin rief „alle Seiten“ zur Mäßigung und zur rhetorischen Abrüstung auf. Drohungen mit militärischer Gewalt seien „nie hilfreich“.

Francesco Fontemaggi, afp

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24.07.2018, 06:00 Uhr
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