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Veränderte Vorfahrt verunsichert Autofahrer
Theoretisch ist alles ganz einfach, nur die Praxis wirft Probleme auf. Grafik: Wahn
Eine Kreuzung als dauernde Verwirrung

Veränderte Vorfahrt verunsichert Autofahrer

Ein Stopp-Schild und trotzdem Vorfahrt? Die Straßenverkehrsordnung lässt dies zu. In Ergenzingen irritiert ein solches Schild die Autofahrer. Bald könnte es demontiert werden.

15.05.2010
  • Birgit Reinke

Ergenzingen. Bei der Bürgerver-sammlung Ende April wurde es nochmal deutlich: Viele Autofahrer/innen können sich nicht an die geänderte Vorfahrtsregelung am Ortseingang von Ergenzingen gewöhnen. Ein Mai-Scherz mit einem recht professionell gestalteten Plakat im Kreuzungsbereich (siehe Foto) forderte die Autofahrer nach Abschluss der angeblichen „Testphase“ zur Abstimmung auf: „Soll die Vorfahrtsregelung so bleiben – ja oder nein?“ Verantwortlich für die Umfrage sei „das „Amt für Verkehrschaos“, wie es sehr klein gedruckt auf dem Plakat zu lesen war.

Geändert wurde die Vorfahrt am Ergenzinger Ortseingang, nachdem die neue Umgehungsstraße eröffnet war. Bis Sommer 2008 führte die alte B 14 als fast rechtwinklig abknickende Vorfahrt am eigentlichen Dorfeingang vorbei. Wer in Ergenzingens Ortsmitte fahren wollte, musste die Vorfahrtstraße verlassen und beim Abbiegen erst den Durchgangsverkehr passieren lassen. Seit die Vorfahrtsregelung an dieser Kreuzung geändert ist, haben jene Autofahrer Vorfahrt, die auf der Utta-Eberstein-Straße von der Ortsmitte kommend Richtung Gewerbegebiete und Seebronn in die Gosbertstraße fahren. In umgekehrter Fahrtrichtung gilt das Gleiche. Die neue Vorfahrt ist ebenso abknickend, der Winkel noch etwas steiler.

Für Fahrzeuge, die auf der Stuttgarter Straße aus Richtung Bondorf an diese Kreuzung kommen, gilt nun die Regelung „rechts-vor-links“: Dem Verkehr, der von rechts auf der Auberlinstraße aus Richtung Baisingen kommt, ist Vorfahrt zu gewähren. Denn ein generelles Vorfahrtsschild, das die „Rechts-vor-links-Regelung“ aufheben würde, gibt es an der Stelle nicht.

Grund für die Änderung der Vorfahrtsregelung war: Von Baisingen her seien wesentlich weniger Fahrzeuge zu erwarten, als es zuvor mitsamt des Bundesstraßenverkehrs war. Also gab es keinen Grund mehr, die Auberlinstraße (alte B 14) weiterhin vorrangig zu behandeln. Vielmehr sollte der Verkehrsfluss von der Ortsmitte ins Gewerbegebiet und zurück gewährleistet werden, sagt Ortsvorsteher Hans Beser. Dies sei mit der neuen Vorfahrtsregelung auch gelungen: „Es gibt jetzt keine Rückstaus mehr wie früher, weder in der Utta-Eberstein-Straße noch auf der Stuttgarter Straße.“ Das sei wichtig, „weil wir dort beispielsweise auch den Linien-Bus-Verkehr haben, der möglichst reibungslos laufen sollte.“

Wenn da nur nicht das Stopp-Schild wäre! Autofahrer, die von Baisingen kommend an die Kreuzung heranfahren, werden durch das Stopp-Schild zum Halten aufgefordert. Kommt zeitgleich ein Wagen auf der Stuttgarter Straße und will in Richtung Ortsmitte abbiegen, gilt die „Rechts-vor-links-Regel“. Nimmt der Fahrer auf der Auberlinstraße seine Vorfahrt nicht sofort wahr, weil er ja am Stoppschild hält, ist der Fahrer auf der Stuttgarter Straße irritiert und weiß nicht, ob und wann er in die Kreuzung einfahren darf. Zumal er das Stoppschild wegen seiner typischen Umrisse auch von hinten als solches erkennt.

Hans Beser weist ausdrücklich darauf hin, dass das Stoppschild lediglich die Funktion habe, die Autofahrer vor der geänderten Vorfahrtsregelung zu warnen, der alten Gewohnheit etwas Auffälliges entgegen zu stellen. Schließlich konnte man früher von Baisingen in Richtung Autobahn zügig durchfahren.

Nach all den Diskussionen, den zahlreichen Ortsbegehungen mit dem Ortschaftsrat inklusive Verkehrsschau und schließlich der Erörterung bei der Bürgerversammlung kündigte Hans Beser gegenüber dem TAGBLATT an, er wolle sich dafür einsetzen, dass das umstrittene Stopp-Schild bald abmontiert werde. Denn es ist nicht zwingend nötig.

An der eigentlichen Verkehrsführung will Beser festhalten: „Man muss die Situation und den gewünschten Verkehrsfluss im Ganzen sehen, nur so macht es Sinn“, sagt er. Die Vorschläge, die auf Grund des Maischerz-Plakates nun tatsächlich im Rathaus eingingen, würden ernst genommen und in die Erörterungen im Ortschaftsrat einfließen, versichert der Ortsvorsteher.

Die durch den Maischerz ausgelöste Umfrage ergab bislang 15 Reaktionen, zwei davon von Auswärtigen. „Die meisten haben die Verkehrsführung kritisiert, teilweise wünschen sie die alte Vorfahrtsregelung“, fasst Verwaltungsstellenleiter Lutz Strobel die Meinungen zusammen. Konkrete Vorschläge – „rechts-vor-links“ für alle kreuzenden Straßen oder einen Kreisverkehr – gebe es nur wenige. Der schon häufiger besprochene Kreisverkehr sei an der Stelle nicht möglich, sagt Strobel: Zu wenig Platz.

Veränderte Vorfahrt verunsichert Autofahrer
Seit eineinhalb Jahren Diskussionsthema in Ergenzingen: die geänderte Vorfahrt an der Kreuzung zwischen ehemaliger Ortsdurchfahrt und Zufahrt zum Ortskern. Jetzt löste dieser Maischerz etliche Meinungszuschriften aus. Nur wer die letzte Zeile genau las, entdeckte den Urheber dieses Hinweises: „Amt für Verkehrschaos“. Bild: Ulmer

Veränderte Vorfahrt verunsichert Autofahrer
Der helle Bus befindet sich auf der Vorfahrtstrecke, kommt aus der Gosbertstraße und will offensichtlich Richtung Ortsmitte in die Utta-Eberstein-Straße. Von dort kommt der schwarze Golf; er muss warten und Vorfahrt gewähren, weil er geradeaus Richtung Bondorf mag. Das Stoppschild am Ende der Auberlinstraße irritiert viele Fahrer/innen. Bild: Reinke

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15.05.2010, 12:00 Uhr
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