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"Frisches Blut" im Glas

Vegane Getränke sind Trend der Ernährungsmesse "Anuga"

Immer mehr Bundesbürger essen unterwegs und in Eile. Die Küche bleibt aber auch deshalb kalt, weil es an Kochkenntnissen fehlt - oder an der Lust zum Kochen. Einen Boom gibt es bei veganen Lebensmitteln.

10.10.2015
  • DPA

Köln Veggie-Currywurst für die Mikrowelle, Getreidesalate aus der Tiefkühltruhe oder Kümmelbraten als Brotaufstrich: Der Zeitdruck heutzutage mit häufigem Essen unterwegs erfordert einfache Produkte.

Viele Menschen hierzulande stehen kaum noch selbst am Herd, da brauchen sie etwas, das schnell zuzubereiten ist, koch- oder verzehrfertig. "Convenience" oder "Ready-to-Cook" heißt das im Fachjargon. Und es ist das Topthema bei der weltgrößten Ernährungsmesse "Anuga 2015", bei der vom heutigen Samstag an eine Rekordzahl von gut 7000 Anbietern aus 108 Ländern auftischt.

Alle neuen Trends und Produkte sind Reaktionen der Branche auf die Bedürfnisse des "selbstbewussten und souveränen Verbrauchers", betont Christoph Minhoff vom Lebensmittelindustrie-Verband BVE. Der Konsument werde einerseits anspruchsvoller und bewusster: "Essen wird politisch. Essen ist auch ein Statement zum eigenen Lebensstil." Andererseits bestimmten Job und Zeitmangel das Ernährungsverhalten mit. Ergebnis: Die Küche bleibt öfters kalt. Berufstätige Männer und Frauen, auch Kinder und Jugendliche, essen immer häufiger außer Haus.

Also "To Go" - in Kantine, Kindertagesstätte oder Schule. Vor diesem Hintergrund spricht GfK-Konsumforscher Wolfgang Adlwarth von einer "Koch-Legasthenie". "Es ist heute so, dass viele gar nicht mehr kochen können." Unter den Verbrauchern sinkt die Lust zum täglichen Einkaufen und Kochen deutlich, wie eine Verbraucherstudie des BVE und der Marktforschungsgesellschaft GfK zeigt.

Morgens und mittags wird immer weniger daheim gespeist. Abends fehle "Zeit und Muße", den Kochlöffel zu schwingen. Es mangele oft an "elementaren Kochkenntnissen". Eine Kulturtechnik drohe verloren zu gehen.

Nur jeder dritte Verbraucher (34 Prozent) steht derzeit noch regelmäßig am Herd. Ein Viertel gehört zu den Gelegenheits- oder Wochenendköchen. Die mit knapp 42 Prozent größte Gruppe unter den Haushalten bereitet sich fast nie selbst eine warme Mahlzeit zu. Das sind die Aufwärmer, die Fertigpizza und Dosenfood mögen, die Rohkost- oder Außer-Haus-Esser und die Snacker. Und Adlwarth merkt an: "Die Hausfrau am Herd ist eine bedrohte Art."

Der Konsument ist wählerisch und stellt die Branche in Deutschland unter Druck und vor happige Herausforderungen. Manche wollen es regional, manche lieber exotisch. Der eine mag es vegan oder vegetarisch, der andere fleischhaltig. Oder flexitarisch - also mittags Gemüseteller, abends Steak. "Free-From"-Erzeugnisse ohne Zucker, Laktose, Gluten sind gefragt. Viele achten stärker auf Nachhaltigkeit, fairen Handel oder biologische Produktionsmethoden.

Einen echten Boom gibt es bei veganen Lebensmitteln. Schon 1 Mio. Menschen bundesweit mögen keinerlei tierische Produkte mehr. Tendenz steigend. Dasselbe zeichnet sich auch in anderen westlichen Ländern ab. Das Bedürfnis nach einer ethisch-moralisch einwandfreien Ernährung sei für manche Verbraucher "schon fast ein religiöses Statement", sagt Adlwarth.

Einen veganen Vorgeschmack gibt ein Neuheiten-Rundgang durch die "Anuga": Angepriesen werden natives Kokosöl aus Sri Lanka, vegane Kürbis-Quinoa-Desserts, ein Energieriegel aus getrocknetem Obst und Gemüse, Erdmantel-Knollen-Mehl, viele Fertigmahlzeiten ohne tierische Inhaltsstoffe. Einige Hersteller haben auch vegane Drinks im Gepäck, etwa ein Algengetränk oder "Frisches Blut" aus Cranberry-Ingwer-Mix. Rund 1000 Anbieter bringen laut Koelnmesse Veganes in Köln auf die Tische in den Messehallen.

Es gibt aber auch für die Menschen, die noch Lust auf Fleisch, Fisch oder Deftiges haben, Neues in den Regalen der Supermärkte. Im kommenden Jahr sollen zum Beispiel Bratwürste mit den Geschmacksrichtungen Döner, Traube und Cevapcici auf den Markt kommen. Und Steinpilzkäse oder Alpenkäse mit Kiefernadeln sollen den Appetit der Verbraucher ebenso anregen wie Steinzeitbrot-Mischungen zum Selberbacken nach Rezept der alten Wikinger.

Vegane Getränke sind Trend der Ernährungsmesse "Anuga"
Alles so schön bunt hier: Bei der Ernährungsmesse Anuga gibt es den Algendrink "Helga" zu probieren (links). "Frisches Blut" ist ein Mix aus Cranberry und Ingwer.

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10.10.2015, 12:00 Uhr
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