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Soziales

VdK fordert Finanzhilfe für pflegende Angehörige

Viele Senioren werden zu Hause von der Familie versorgt. Diese sollen dafür einen Lohnersatz nach dem Vorbild von Elterngeld bekommen.

16.07.2018
  • Dieter Keller (mit dpa)

Berlin. Pflege soll denselben Stellenwert bekommen wie Kindererziehung. Das wünscht sich die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele. Daher fordert sie ein Pflegegeld nach dem Vorbild des Elterngelds.

Ohne pflegende Angehörige „würde die Pflege in Deutschland zusammenbrechen“, sagte Bentele der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dies sei zwar für den Steuer- und Beitragzahler kostengünstig. Den Preis zahlten aber oft die Pflegenden. Eltern von Neugeborenen erhalten bis zu 1800 Euro Elterngeld im Monat vom Staat, wenn sie vorübergehend aus dem Job aussteigen. Schon heute zahlt auch die gesetzliche Pflegeversicherung ein Pflegegeld, allerdings an die Person, die gepflegt wird. Je nach Pflegegrad gibt es 316 bis 901 Euro im Monat. Zudem leistet sie unter anderem Rentenbeiträge für Pflegende, die nicht oder nur in Teilzeit arbeiten. 2015 kamen für 429 000 Angehörige eine Milliarde Euro zusammen. Ende 2017 wurden 2,5 Millionen Pflegebedürftige zu Hause versorgt.

Das Bundesgesundheitsministerium hat keine Pläne, die Leistungen für pflegende Angehörige zu erhöhen. Die Einführung der Pflegegrade in der letzten Legislaturperiode komme auch pflegenden Angehörigen zugute, weil etwa Demenz stärker berücksichtigt wird.

Gegen mehr Hilfe für pflegende Angehörige „mit der Gießkanne“ sprach sich die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, aus. Ein höheres Pflegegeld müsse in Relation zu den Gehältern in der Pflege bleiben.

Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sind pflegende Angehörige „die Helden unseres Alltags“. In ihrer jüngsten Videobotschaft sagte sie, die Bedingungen für die häusliche Pflege sollten „so gut wie möglich ausgestaltet“ und die gesellschaftliche Anerkennung verbessert werden. Sie besucht heute das Pflegeheim Johannesstift in Paderborn und erfüllt damit ein Versprechen aus dem Wahlkampf, wo ihr der Altenpfleger Ferdi Cebi Mängel in der Pflege vorgehalten hatte.

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16.07.2018, 06:00 Uhr
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